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Alsdorf: Halde für einen Euro zu haben

Alsdorf : Halde für einen Euro zu haben

Inzwischen hat sich der Preis praktisch verdoppelt. Aber ein „Schnäppchen” - zumindest was die reine Zahl betrifft - ist das Angebot wohl immer noch.

Der EBV wiederholte im Gespräch mit der AZ sein altes Angebot an die Stadt Alsdorf, dass diese gerne die Bergehalde „Anna I” kaufen könnte - statt zuletzt für eine symbolische Mark nun also entsprechend für einen Euro. Ist das ein Sonderangebot, das des Nachdenkens wert ist? Aus Sicht federführender Mitarbeiter im Alsdorfer Stadtmarketing-Prozess sehr wohl.

Denn Professor Gerhard Curdes, der noch diese Bürger-Initiative führt, macht sich schon seit langem Gedanken darüber, das Potenzial dieser Hinterlassenschaft aus der Kohle-Ära zwischen Prämienstraße und Würselener Straße stärker für die Stadt zu nutzen, speziell mit Blick auf Freizeit-Aspekte.

Rechte und Pflichten

Das EBV-Angebot steht also noch, wie dessen Generalbevollmächtigter Hans-Dieter van Ermingen bekräftigt. Nur: Wenn die Stadt darauf eingehen sollte, würde der alte Kaufmannsspruch gelten: „gekauft wie gesehen” - also insbesondere auch mit allen Pflichten.

Und die sind bekanntlich nicht zu knapp. Denn seit langem läuft eine Diskussion über die brennenden Innereien des Haldenkörpers, vehement vom EBV geführt. Das ehemalige Bergbauunternehmen wollte bekanntlich den künstlichen Berg um etwa 30 Meter kappen, damit das Gefahrenpotenzial ein für alle Male beseitigt wird.

Gegen solche Pläne gab es in Alsdorf einen lauten Aufschrei der Empörung aus allen Schichten der Bevölkerung. Vorläufiger Sachstand: Das Dürener Bergamt hat ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Dessen Auswertung lasse allerdings noch ein wenig auf sich warten, brachte der stellvertretende EBV-Aufsichtsratsvorsitzende Detlef Loosz am Montag in Erfahrung, wie er auf Anfrage darlegte. Loosz ist auch Chef des Bezirks Alsdorf der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE).

Und solange sich die Experten nicht einig sind, wie das Feuer in der Halde endgültig eingedämmt werden kann, ohne zu Radikallösungen greifen zu müssen, um eine dauerhafte „Standsicherheit” zu gewährleisten, wird die Stadt Alsdorf auch bei einem „Sonderangebot” von einem Euro die Finger vom Kauf der Halde lassen. Sonst kann sie die Folgekosten wohl gar nicht überschauen.