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Alsdorf: Gymnasium Ofden: Sanierung ist beschlossen

Alsdorf : Gymnasium Ofden: Sanierung ist beschlossen

Gustl Rinkens bleibt hart: „Mit uns, der SPD, ist der Ratstermin 18. Dezember nicht abgesprochen worden. Wir haben uns auf gesetzte Termine verlassen.” Nämlich der 9. Dezember.

Und deshalb sei die SPD am Donnerstagabend eben nicht im Saal gewesen, wo die Grundsatzabstimmung über die Zukunft des städtischen Gymnasiums bevorstand. Jetzt, so der Fraktionssprecher, seien „Mehrheiten im Rat auf den Kopf gestellt”.

Mit dem beschlussfähigen Rest-Stadtrat wurde die Sanierung des Schulhauses in Ofden, die zudem eine Optimierung attraktiven Unterrichts erlauben soll, beschlossen. Folglich wurden die Neubauabsichten der Sozialdemokraten gekippt. „Einstimmig”, hielt Bürgermeister Wolfgang Schwake mit deutlich erkennbarer Freude und unter Applaus der Stadtverordneten fest.

Dem vorausgegangen waren aktualisierte Stellungnahmen der Verwaltung zum Sanierungskonzept sowie politische Wertungen aus den Fraktionen. Vornweg erfuhr die anwesende Grünen-Bürgermeister-Kandidatin und Schüler-Mutter Beatrix Schongen, die auf Grund der Toilettensituation im Gymnasium bereit ist, die Stadt zu verklagen, dass „am Problem” bereits gearbeitet werde.

Die Handwerker seien zuversichtlich, Ende Februar fertig zu sein. Sanitäre Zwänge, aber auch Sicherheitsmängel im Brandschutz und bei der Elektrik treiben zur Eile. Bürgermeister Wolfgang Schwake: „Die Beseitigung von Gefahren ist zwingend. In der Modernisierung lassen sich am Gymnasium bauliche wie pädagogische Elemente verbinden. Die Aufgabe der Verwaltung war, dies wirtschaftlich darzustellen.”

Die Hausaufgaben wären erledigt, meinte Beigeordneter Klaus Spille vor dem ausgedünnten Rat. man habe sich die Frist, noch in diesem Jahr zu entscheiden, früh gesetzt. An dem 12,2 Millionen Euro-Projekt seien Schulleitung und Lehrerschaft aktiv beteiligt gewesen. Das Modell sei „belastbar und vertretbar”, es koste den städtischen Haushalt jährlich rund 552.000 Euro, So blieben ausreichend Mittel aus der Schulpauschale des Landes für andere Liegenschaften zur Verfügung.

Dank für „Kraftakt”

Dieser „Kraftakt” habe sechs Monate gedauert, sagte Gymnasiumsleiter Wilfried Bock. Er dankte dafür, dass seine Schule an allen Varianten beteiligt worden sei. Die Eltern wären vor allem deshalb mit der Sanierung einverstanden gewesen, da sich eine Steigerung der Attraktivität der naturwissenschaftlich ausgerichteten Schule realisieren lasse.

Die Planungszeit sei nun abgelaufen, „jetzt muss das Konzept möglichst schnell umgesetzt werden”, appellierte Wilfried Bock. Mehrheitssprecherin Ulrike Wagner (CDU) verwahrte sich gegen Kritiker, Befürworter der Sanierung seien Hasardeure. „Wir werfen nicht einfach mit Geld um uns. Wir wollen den Grundsatzbeschluss auf Basis des Sanierungskonzepts.” Den verband sie unlösbar mit schneller Mängelbeseitigung in Sicherheitsfragen. Sie forderte „gangbare Wege”, das bis Ende März erledigen zu können.






































Auf das Stichwort Sicherheit reagierte auch Hans Kemper (Rep.). Mängel seien so frappierend, dass sogar in den Weihnachtsferien eingegriffen werden müsse. Er forderte - erfolgreich - eine sofortige Ausrüstung neuralgischer Punkte mit automatischen Rauchmeldern. Im Übrigen schien ihm, dass die Kostengenauigkeit einiger Sanierungsgewerke zu wünschen übrig lasse. An einigen Stellen würde „Luxus eingebracht”, der vermeidbar wäre.

Es sei kein Fehler, die Kostenberechnungen der Verwaltung zu hinterfragen, legte Hermann-Josef Sauerwald (FWA) Wert auf Transparenz und Bauaufsicht. Er begrüße eine Sanierung des Gymnasiums in Ofden, da sich so auch die Sportplatzfrage für den Fußballclub „Glück Auf” positiv beantworten ließe.

Mit politischen Schau-Plätzen um den Stadtratstermin am Donnerstag räumten die Grünen auf. Fraktionssprecher Horst-Dieter Heidenreich behauptete, das Sanierungsmodell sollte „madig gemacht” werden. Der Sinn aller Vorstöße des Landtagsabgeordneten Hans Vorpeil, der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) und der EBV AG („Sechs Monate hat man von denen nichts gehört”) in unterschiedlichen Medien nannte er „schleierhaft”.

Dessen Fraktionskollege Friedel Wirtz wunderte sich über plötzlich auftauchende „GSG-Modelle”; solche seien mit ihm als Aufsichtsrat nicht abgesprochen. Unsicherheit gehöre aus dem Verfahren genommen. Alle Schulbeteiligten bräuchten Gewissheit.

„Das wird scheitern”

Die aber konnte SPD-Sprecher Gustl Rinkens auf Anfrage der „Nachrichten” nicht vermitteln. „Die Debatte ist nicht erschöpfend geführt worden. Die Hast führt dazu, dass es eine de-Luxe-Sanierung gibt zu Lasten der übrigen Alsdorfer Schullandschaft.” Der Sozialdemokrat ist sicher: „Wenn nicht schon beim Kreis Aachen, spätestens bei der Kommunalaufsicht des Regierungspräsidenten in Köln wird dieses Modell scheitern.”