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Alsdorf: Gymnasium: Investor für Sanierung suchen

Alsdorf : Gymnasium: Investor für Sanierung suchen

Der Termin stand noch nicht lange im Sitzungskalender. Doch so rasch, wie er aus dem Hut gezaubert wurde, verschwand er auch schon wieder: Die für Montagabend anberaumte Sitzung des Ausschusses für Schulen, Sport und Kultur wurde nur wenige Stunden zuvor abgesagt. Begleitet war dies dem Vernehmen nach von deutlichen Worten, die hinter den Kulissen gesprochen wurden.

Schwerpunkt der Sitzung sollte die „Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 24. April” werden - sprich: Nachdem sich die Politiker unter Federführung der CDU-Fraktion mehrheitlich für die Sanierung des Gymnasiums am alten Standort stark gemacht hatten, sollte dieses Projekt nach dem Willen von Schuldezernent Klaus Spille, unterstützt von Baudezernent Harald Richter, weiter vorangetrieben werden. Doch wie zu hören war, seien Bürgermeister Helmut Klein und Kämmerer Günter Jansen in die Vorbereitungen nicht einbezogen worden. Die Vorlage haben sie jedenfalls nicht unterschrieben.

Kein Wunder, schweben doch noch etliche Fragezeichen über dieser Abkehr von der Idee, das Gymnasium in die Kraftzentrale zu integrieren, welche von Gutachtern und dem Verwaltungschef als die wirtschaftlichste Lösung bewertet worden ist. Klein hat seine diesbezügliche Ankündigung, den Ratsbeschluss zu beanstanden, noch nicht umgesetzt. Denn bislang sei noch kein Gesprächstermin mit der Kommunalaufsicht des Kreises Aachen und der Kölner Bezirksregierung zustande gekommen. Und von deren Votum will der Bürgermeister sein weiteres Vorgehen abhängig machen, um „nicht im Regen zu stehen”, wie er am Montag auf Anfrage sagte.

Irritiert zeigte sich Klein bezüglich der in Spilles Vorlage aufgezeigten Finanzierung via Kassenkrediten bis 2013, womit laut Insidern „der Haushalt vor die Wand gefahren” werde. Der Bürgermeister sprach davon, dass eine Lösung in der Einbindung von Investoren liegen könne, wie es im Kreis Düren bei Schulsanierungen vorgemacht worden sei. Denn durch den Verkauf von Vermögen, insbesondere des städtischen Anteils an der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG), sei die Finanzierung nicht sicherzustellen, zumal die Abgabe der GSG wohl „politisch nicht durchsetzbar” sei.

Obschon er Spille attestierte, „sehr wertvoll für die Stadt Alsdorf” zu sein und „tolle Ideen” zu haben, verhehlte CDU-Fraktionschef Manfred Rohr nicht seine Kritik an dem Dezernenten, dass dieser gegen Kollegen in der Verwaltungsspitze „arbeitet: Man kann fühlen, es läuft nicht richtig”, sagte er der AZ. Spille sprach indes von einem „normalen Vorgang”, den Punkt im Rat zu diskutieren.