Herzogenrath: Gymnasium Herzogenrath feiert „150 Jahre Höhere Schulbildung“

Herzogenrath: Gymnasium Herzogenrath feiert „150 Jahre Höhere Schulbildung“

Eine Stunde: länger soll er nicht dauern, der offizielle Festakt zu 150 Jahren Höherer Schulbildung in Herzogenrath. Natürlich hätte das auch mit „150 Jahren Gymnasium“ überschrieben werden können, aber das Organisationsteam mit Konrektor Markus Fabricius an der Spitze wählte ganz bewusst diese Überschrift.

„Schließlich begann die Geschichte 1865 mit der Errichtung einer Höheren Knabenschule“, so Fabricius weiter. 30 Jahre später ging es an der Geilenkirchener Straße weiter und 1946 durfte die Lehranstalt erstmals das Label „Städtisches Gymnasium“ tragen.

Mit der einen Stunde Festakt ist es am Jubiläums-Feiertag, dem heutigen Freitag, 18. September, natürlich nicht getan. „Denn wir haben ein riesiges Programm vorbereitet“, freut sich Schulleiterin Brigitte Jansen. Es gibt Führungen durch die Schule, viel Musik und natürlich tiefe Blicke in die Historie (siehe Info). „Hier wusste auch der ehemalige Leiter Reinhard Granz, wo die ganzen Kartons mit alten Fotos und Dokumenten stehen“, berichtet Brigitte Jansen weiter.

Viel Zeit, um den Staub vom Archivmaterial zu pusten, blieb dem Vorbereitungsteam aber nicht. Das bedauerte auch Nadja Winter, die als Historikerin natürlich gerne einen tieferen Einblick genommen hätte. „Vor den Osterferien kam der Auftrag der Schulleiterin, sich mal Gedanken über die Jubiläumsfeier zu machen“, berichtete Markus Fabricius über den kurzen Zeitraum bis zur Feier Mitte September.

Zum Glück konnte die Schule schon aus den Erfahrungen zur 30-Jahr-Feier am jetzigen Standort an der Bardenberger Straße im letzten Jahr zehren. Und dennoch war der Aufwand gewaltig, denn Lehrer, Schüler, Ehemalige und frühere Kollegen haben es geschafft, insgesamt 14 Stellwände und 30 Bilderrahmen mit vorzeigbarem Material zu füllen. Eine Powerpoint-Präsentation gibt es auch, so dass die größeren Geschichten des Gymnasiums wie auch die kleineren Histörchen sicherlich genügend Raum bekommen.

Eine der Geschichten ist, dass beispielsweise während des Ersten Weltkrieges „weil es nicht anders ging“, wie es in der dazugehörigen Niederschrift heißt, auch Lehrerinnen eingestellt wurden. Eine andere Anekdote verweist auf die Fliegerangriffe im Zweiten Weltkrieg, wobei eine Mutter erlaubte, dass ihr Kind nach Hause laufen durfte, wenn der Fliegeralarm ertönte.

Raum für Geschichten braucht die Schule aber auch, denn schließlich, so Leiterin Brigitte Jansen weiter, ist das Gymnasium im Bewusstsein der Herzogenrather sehr tief verwurzelt. „Das merkt man nicht nur im politischen Raum, sondern generell in der Wahrnehmung der Menschen hier“, sagt Jansen weiter. Und dass die offizielle Feier, die von Christine Isensee und Christian Reiferth moderiert wird, nur eine Stunde dauert, war nicht nur der Wunsch der Schulleitung. „Wir wollten einfach die Schule in all ihren Facetten darstellen“, sagt die Schulleiterin. Und das gehe am besten, wenn man nicht viele Reden schwingt, sondern sich präsentiert.

(mabie)
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