Alsdorf: Gutachten nach Messerattacke: Täter schuldunfähig?

Alsdorf: Gutachten nach Messerattacke: Täter schuldunfähig?

Durch eine Notoperation im Klinikum Aachen ist der 58-jährige Polizeibeamte, der bei der Messerattacke an der Alsdorfer Burg am Samstagabend mit drei Stichen in den Bauch schwerstverletzt worden, gerettet worden. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel weitere Details mit.

Der Polizist, der als Privatmann am Sommerfest der Alsdorfer Stadtgarde teilgenommen hatte, war einem 25-jährigen Mann aus Alsdorf entgegengetreten, um ihn zu stoppen. Der Mann hatte gegen 23 Uhr beim Sommerfest Reizgas versprüht und eine Reihe Besucher verletzt.

Laut Muckel war der Täter, der mit einer Tauchermaske und einem Tuch vermummt war, um sich selbst vor den von ihm selbst erzeugten Reizgasschwaden zu schützen, mit einem Dolch, der eine 40 Zentimeter lange Klinge aufwies, und einem weiteren Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge bewaffnet. Der 25-Jährige stach dem 58-Jährigen dreimal mit dem Dolch in den Bauch. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen.

Ein weiterer Besucher der Feier wurde von dem Angreifer mit einem Stich im Bein verletzt, so Muckel weiter. Als der 25-Jährige schließlich von weiteren Besuchern des Sommerfestes überwältigt wurde, sei er in eines seiner beiden Messer gefallen und ebenfalls verletzt worden. Über das genaue Motiv des Alsdorfs, der in der Vergangenheit mit Drogen zu tun gehabt haben soll, konnte Muckel noch keine genauen Angaben machen. Der Mann wurde bis auf weiteres in die Psychiatrie eines Krankenhauses eingewiesen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er wohl schuldunfähig ist. Der Tatvorwurf lautet versuchter Totschlag in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung.

Wie viele Menschen letztlich bei der Attacke verletzt worden sind, wird im Detail noch ermittelt.

Der Schock sitzt derweil in Alsdorf noch tief. Viele Menschen haben inzwischen ihr Entsetzen und ihre Anteilnahme zum Ausdruck gebracht: „Ich bin in Gedanken bei den Verletzten und den Betroffenen“, teilt Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders auf der Homepage der Stadt mit. Befreundete Vereine und Reiner Spiertz, Präsident Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e. V., wandten sich ebenfalls an die Alsdorfer Stadtgarde und die Opfer.

Die Frage, wie man künftig mit dem Thema Sicherheit bei Veranstaltungen dieser Größenordnung umgehen will, beschäftigt nun die Vereine.

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