Herzogenrath: Grundschule Pannesheide: Eltern und Schüler protestieren

Herzogenrath: Grundschule Pannesheide: Eltern und Schüler protestieren

Wie an allen anderen Schulen in ganz NRW auch, ertönte am Freitag zum letzten Mal vor den Sommerferien die Schulglocke an der Grundschule in Pannesheide. Doch unter die Freude über die sechs unterrichtsfreien Wochen, mischte sich auch ein kurzerhand von den Eltern organisierter Protest gegen den baulichen Zustand der Schule.

So sind Teile der Schule aufgrund seitens der Verwaltung festgestellter Mängel vor allem in Sachen Brandschutz nicht nutzbar, darunter auch die Turnhalle. Genau an diesem Punkt entzündete sich am Freitag die Wut der Eltern, die kurz vor der Sommerpause ihrem Anliegen, die Schule in einen akzeptablen und betreibbaren baulichen Zustand zu versetzen. „Für uns ist es ganz wichtig, dass dieser Bereich auch ertüchtigt wird“, so Andrea Wildenhain.

Kinder und Eltern protestierten gemeinsam gegen die baulichen Zustände des Gebäudekomplexes. Foto: Bienwald

„Ich will meine Turnhalle zurück“

Sie ist ebenso wie viele andere Eltern erbost darüber, dass die Stadt zunächst einmal in ihren Augen unvermittelt Mängel in Sachen Brandschutz feststellt, und zum zweiten beispielsweise die Turnhalle schon seit einem Jahr aus diesem Grund abgesperrt hat. Die Schüler wollen den Sport an ihrer Schule in ihrer Turnhalle wieder zurückhaben. „Ohne Turnhalle ist es keine Schule“, steht auf einem signalorangefarbenen Plakat zu lesen, „Ich will meine Turnhalle zurück“, schrieb ein anderer Schüler auf ein Transparent.

Dass sie alle wieder „normal“ lernen wollen, im ganz besonderen Umfeld der Schule, die einzigartige Fördermöglichkeiten mit ausgeprägt selbstständigem Lernen vereint, steht also fest. „Auch das Selbstlernzentrum, wo Dinge stehen, die für das besondere Lernkonzept der Schule nötig sind, ist von der zeitweisen Schließung betroffen“, so Wildenhain weiter. Und während sie mit Mitstreiterinnen wie Claudia Kippermann Banner aufhängt, die auf den Protest aufmerksam machen, laufen in der Stadtverwaltung hinter den Kulissen die Planungen für den Umbau und die Sanierung auf Hochtouren.

„Die ersten Maßnahmen starten jetzt in den Ferien“, sagt der Erste Beigeordnete Hubert Philippengracht auf Nachfrage unserer Zeitung. Er zeigt Verständnis für die Ungeduld der Eltern und Schüler, verweist aber gleichzeitig auf die vorgeschriebenen Prozesse, die einen Umbau an einer städtischen Einrichtung zwingend mit sich bringen. „Wir müssen die Arbeiten natürlich auch öffentlich ausschreiben“, so Philippengracht, was den Prozess, der mit der Entscheidung des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Herzogenrath am 10. Mai angestoßen wurde, naturgemäß in die Länge ziehe. Zudem müsse, so der Beigeordnete weiter, das Baurecht eingehalten werden, „denn wir können nicht einfach so eine Fluchttreppe aufbauen“.

Die Baustatik soll seiner Auskunft zufolge bis Anfang August vorliegen, Mitte September könnte die Baugenehmigung dann folgen, und das ganze Bauvorhaben soll dann in enger Abstimmung mit der Schule im Jahr 2017 abgeschlossen sein. Das ist für Eltern wie Schüler eine unzumutbar lange Zeit. „Der Bürgermeister hat versprochen, dass es zur Chefsache wird“, erklärt Andrea Wildenhain weiter.

Und darum zeigte sie gemeinsam mit den Kindern der Stadt die „Gelbe Karte“ für die Verzögerung bei der Umsetzung des neuen Brandschutzkonzeptes. Und man merkt auch, dass das immer wieder gerne bei offiziellen Anlässen ausgesprochene Lob für das einzigartige Konzept der Schule nicht zusammenpasst mit der langen Wartezeit auf die Umsetzung des Brandschutzes.

„Darum wollen wir gerne von der Stadt bis nach den Sommerferien eine belastbare Aussage haben, sonst gibt es weitere Aktionen“, verspricht Andrea Wildenhain, die nicht verschweigt, dass man in Pannesheide das Gefühl hat, diese Schule könnte bald geschlossen werden. Doch davon könne keine Rede sein, ist seitens der Stadt zu hören. „Der Schulentwicklungsplan liegt noch nicht vor“, schließt Hubert Philippengracht, „aber eine Schließung steht nicht zur Debatte“.