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Großkirmes in Würselen Großkirmes in Würselen Großkirmes in Würselen Großkirmes in Würselen Großkirmes in Würselen 2019

Großkirmes in Würselen : Die Jungenspiele verbinden Generationen

„Unser Hätz schlät im Veedel“ – dieses Motto des Oppen-Haaler Jungenspiels kann man ohne Einschränkung auf alle elf Würselener Jungenspiele übertragen. In den einzelnen Ortsteilen, in der Düvelstadt auch „Quartiere“ genannt, lebt jedes „Spiel“ seine eigene Tradition.

Gefeiert wird dann aber in der ganzen Stadt gemeinsam, sehr zur Freude des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele (AWJ), Hans Maaßen, der sich seit vielen Jahren für dieses „Miteinander“ einsetzt.

Euchen und Linden-Neusen legten bereits mit großartigen Kirmesveranstaltungen vor – jetzt zogen die sechs „Alt-Würselener“ Jungenspiele nach. Um es vorweg zu sagen: die Stadt Würselen erlebte bei sommerlich-heißen Temperaturen eine ganz besondere Großkirmes.

Fahnenschwenken vor dem „Dom“

Bei allen Königs- und Jungenspielen aus Markt-Preck, Bissen, Oppen-Haal, Scherberg, Schweilbach-Teut und Morsbach herrschte beste Kirmeslaune. Roger Nießen, der für Kultur und Brauchtum zuständige Beigeordnete, brachte es beim traditionellen gemeinsamen Fahnenschwenken vor dem „Würselener Dom“ auf den Punkt: „Die Kirmestage haben gezeigt, dass die Jungenspiele es immer wieder schaffen, Jung und Alt zusammenzubringen! Die einzelnen Spiele wachsen enger zusammen und besuchen sich noch intensiver.“

Dies bestätigte sich eindrucksvoll in den Festzelten in der City: hier waren die Jungenspiele aus allen Würselener Stadtteilen an allen Kirmestagen präsent. Mit dem Fahnenschwenken startete ein erster gemeinsamer Höhepunkt der Jungenspiele 2019. Zuvor zelebrierten Pfarrvikar Karl-Josef Pütz und Kaplan Dr. Andreas Möhlig den Jungenspiel-Festgottesdienst in St. Sebastian. Gesegnet wurden die Majestäten der St. Sebastianus Schützen Gesellschaft 1624 mit dem Schützenkönig Georg Hohmann, Ehrenkönig Hans-Josef Mertens und der Jungenspielkönigin Yvonne Müller mit ihrem Königssilber.

Über 3000 Teilnehmer

Gut gelaunt stellte AWJ-Chef Hans Maaßen gemeinsam mit Bürgermeister Arno Nelles die Spielspitzen, viele in Begleitung ihrer Schützenbruderschaften und -gesellschaften, vor. Ein herzlicher Gruß galt unter anderem dem Ehrenvorsitzenden der AWJ, Willi Kriescher, sowie dem Präsidenten des Deutschen Fahnenschwingerverbandes, Gerhard Schlaich (Konstanz).

Die großen und kleinen Fahnenschwenker präsentierten eindrucksvolle akrobatische Leistungen. Mit bunten Konfettistreifen setzten die Oppen-Haaler Fahnenschwenker mit ihren neuen Fahnentüchern einen farbenprächtigen Schlusspunkt.

Es blieb nur wenig Zeit zum Verschnaufen, denn am frühen Abend setzte sich der große Festzug aller Würselener Jungenspiele in Bewegung. Nach Einschätzung der AWJ waren sicherlich wieder weit über 300 Maipaare auf den Beinen. Am Alten Rathaus strahlten Hans Maaßen, Bürgermeister Arno Nelles sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Claudia Moll und SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers mit den vielen Pritschenkindern und festlich gekleideten Spielspitzen um die Wette. Zu den Jungenspielen gesellten sich befreundete Maigesellschaften und Schützenvereine aus den Nachbarstädten, so dass die AWJ von über 3000 Teilnehmern ausgeht. Fast 40 Kapellen sorgten für den richtigen Sound des rund 60-minütigen Umzugs. Aufgrund der großen Hitze hatte die AWJ mehrere Wasserstellen für die Zugteilnehmer organisiert. Die Freiwillige Feuerwehr sicherte die Zugstrecke.

Fahne aus der Toskana

Zuvorderst defilierte das Morsbacher-Siedler Königsspiel mit den Hubertus-Schützen. Gemeinsam mit der St.-Sebastianus-Bogenschützen-Gesellschaft marschierte das Königsspiel Schweilbach-Teut die Kaiserstraße hinauf. Hans-Josef Bülles präsentierte beim Bissener Jungenspiel anlässlich des Städtejubiläums seine Traditionsfahne aus der Toskana.

Es zählt nach wie vor zu den ganz Großen: das Königsspiel Scherberg mit der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft, die in diesem Jahr ihr 125. Bestehen feiert. Mit dem Jungenspiel Oppen-Haal, das im nächsten Jahr 50 Jahre alt wird, folgte ein weiteres „Traditionsspiel“. Markt-Preck bildet in diesem Jahr das Königsspiel – Holger Deussen, neuer Hauptmann der St. Sebastianus Schützen Gesellschaft 1624 Würselen, führte stolz seine Gesellschaft an. Den ganzen Tag über bezogen die Sebastianus Schützen mit ihrem Schützenkönig Georg Hohmann Quartier im Alten Rathaus. An allen Kirmestagen „reisten“ Bürgermeister Arno Nelles, AWJ-Chef Hans Maaßen, der stellvertretende Bürgermeister Winfried Hahn und weitere Repräsentanten von Zelt zu Zelt.

Zu den Highlights der Großkirmes zählte in Scherberg der Dorfabend in seiner 42. Auflage unter dem Motto „Dorfmomente“. Das Jungenspiel Oppen-Haal präsentierte im Festzelt eine atemberaubende neue Dekoration. In Morsbach gaben sich beim Starabend wieder prominente Gäste die Klinke in die Hand. In Markt-Preck ging’s unter dem Motto „Et woar ens vör langer Zitt, em Wäldsche van Markt-Prick“ zünftig zur Sache.

(ro)