Nordkreis: Groß angelegte Kleidersammlung

Nordkreis: Groß angelegte Kleidersammlung

Seit fast 30 Jahren sammelt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) einmal im Jahr für den guten Zweck Kleidung. Und auch bei der nächsten Auflage am Samstag, 19. September, wird das in Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath wieder der Fall sein.

„Das ist natürlich auch ganz im Sinne von unserem Leitspruch ‚Nachhaltig leben und arbeiten‘“, sagt KAB-Sekretärin Agnes Schnieders, die gemeinsam mit Ferdinande Drux-Kehlendbach als Verantwortliche des Kleiderteams an der Spitze einer riesigen Gruppe von Helfern steht.

Etwa 150 ehrenamtliche Helfer sind dann im Einsatz, wenn in drei Kommunen von 9 bis 15 Uhr gesammelt wird. Das bedeutet auch, auf die Aktion aufmerksam zu machen, wovon Ferdinande Drux-Kehlenbach etwas zu erzählen weiß. „Da wollen mal eben 60 000 Handzettel verteilt werden“, sagt sie, und weiß von der Crux mit den Öffnungen für Post, von verschlissenen Schuhsohlen und Ärger über regnerisches Wetter beim Verteilen.

Aber das ist noch lange nicht alles bei der Hilfe unter dem Siegel bürgerschaftlichen Engagements, wie Agnes Schnieders ergänzt. Denn die hoffentlich vielen Säcke mit wirklich tragbarer Kleidung müssen auch gut transportiert werden.

„Hier unterstützen viele lokale Firmen die KAB-Sammlung“, sagt Schnieders. Gerade Handwerksunternehmen sind es, die am eigentlich dienstfreien Samstag ihre Bullis und Lieferwagen in den Dienst der guten Sache stellen. „Es ist sogar ein Malerbetrieb aus Würselen dabei, obwohl wir dort seit ein paar Jahren gar nicht mehr sammeln“, schließt Schnieders.

Zwei weitere Punkte sind ihr gerade in Zeiten, in der viele Organisationen teils für das gute Ziel, teils aber auch aus wirtschaftlichem Interesse gebrauchter Kleidung ein zweites Leben ermöglichen, sehr wichtig. Erstens ist die KAB-Sammlung mit dem Label „FairWertung“ ausgezeichnet. „Dieser Dachverband tritt für mehr Transparenz bei Kleidersammlungen und überprüfbare Verwertungswege ein“, sagt die KAB-Vertreterin. Das Markenzeichen für den gemeinnützigen Zweck, 1994 gegründet, sichert den sozialen Hintergrund der Sammelaktion und fordert nachhaltige Standards ein, die beispielsweise andere Sammler, vor allem kommerzieller Art, nicht einhalten möchten.

Zweitens darf nach der Sammlung sicherlich auch Hendrik Wunden, Geschäftsführer des Nell-Breuning-Hauses, einen Spendenscheck seitens der KAB erwarten, denn der in jedem Jahr über den KAB-Bezirkstag festgelegte Spendenempfänger ist dieses Mal die Einrichtung in Herzogenrath-Mitte. „Die Spende ermöglicht Familien mit wenig Geld zum Beispiel die Teilnahme an hier angebotenen Freizeiten oder Bildungsseminaren“, betont Wunden.

Dass für Bildungsarbeit stets zu wenig Mittel zur Verfügung stehen, davon sind auch Agnes Schnieders und Ferdinande Drux-Kehlenbach überzeugt. „Darum haben wir das Nell-Breuning-Haus ausgewählt, denn hier werden die sozialen und gemeinnützigen Ziele auch der KAB verwirklicht“, schließt Agnes Schnieders.

Und so hofft sie, dass am Samstag in Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath trotz der gerade großen Sammelarbeit auch in Zeiten von viel Flüchtlingsarbeit viele, gut verpackte Kleidersäcke am Straßenrand stehen werden.

Denn nur so kann die seit gut 30 Jahren aktive Sammelarbeit der KAB auch dieses Mal wieder ein Erfolg werden.

(mabie)
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