Alsdorf: Glasfasernetz: Das schnellste Internet gibt‘s im Business Park Hoengen

Alsdorf: Glasfasernetz: Das schnellste Internet gibt‘s im Business Park Hoengen

Glasfaser direkt bis in die Gebäude hat jetzt ein Telekommunikationsanbieter im dritten (und letzten) Ausbaubereich des Business Parks Hoengen verlegt.

Das Kind hat einen Namen: FTTH (Fiber to the Home, Glasfaser bis zum Schreibtisch oder Wohnzimmer des Kunden). Am Dienstag erfolgte am letzten Kreisverkehr, am Ende der Konrad-Zuse-Straße, die offizielle Inbetriebnahme durch Bürgermeister Alfred Sonders.

Neun Gebäude sind hier nun angeschlossen, zum Teil mit mehreren, voneinander unabhängigen Büros. Bandbreiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde sind dort nun möglich. Zehnmal so schnell wie der schnellste VDSL-Anschluss seien die Leitungen, so Relaix Networks.

Wenn man bedenkt, dass das Glasfasernetz normalerweise nur bis zum Verteilerkasten reicht und der letzte Abschnitt mit einer deutlich langsameren DSL-Leitung überbrückt wird, ist das für Alsdorf einzigartig.

Wenngleich — Ironie des Schicksals — demnächst ausgerechnet die weißen Flecken auf der Landkarte, also die abgelegensten Privathaushalte in Ortsteilen wie Reifeld, für die sich bislang schnelles Internet aus Unternehmersicht nicht rentiert hatte, ebenfalls in den Genuss dieser direkten Anbindung kommen. Dank eines Förderprogramms. Aber das nur am Rande.

Ein dreiviertel Jahr hat die Vorbereitung für den Ausbau des Glasfasernetzes im Gewerbegebiet gedauert, die Umsetzung zwei Monate. Kosten für Tiefbauarbeiten und Kabelverlegen auf 1700 Metern Länge: rund 120.000 Euro. Das ist relativ günstig. Die Leitungen konnten in Wiese und Straßengraben verlegt werden.

Hätte man eine Straße oder einen Gehweg aufreißen müssen, hätte sich die Investitionssumme locker auf das Zwei- oder Dreifache belaufen, rechnete der Geschäftsführer von Relaix Networks, Thomas Neugebauer, vor. Amortisieren würde sich die Investition im Falle von Hoengen allerdings erst in fünf oder gar zehn Jahren, räumt er ein.

Das eigenständige Unternehmen zählt 15 Mitarbeiter und ist seit zehn Jahren auf Infrastruktur für Gewerbekunden spezialisiert. Vor Alsdorf habe man in Aachen Teile von Gewerbegebieten nachgerüstet, derzeit liefen Gespräche mit Standorten in Eschweiler, so der Geschäftsführer.

Business Park „vollgelaufen“

Bürgermeister Sonders betonte wie schon zuvor an anderer Stelle, dass eine der ersten Fragen von Firmen, die sich für eine Ansiedlung in Alsdorf interessierten, immer die nach der Internetanbindung sei. „Mehr Netz, mehr Kapazitäten — das ist wichtig für die Unternehmen.“

Zwei Parzellen seien im Business Park noch frei, dann sei das Gewerbegebiet „vollgelaufen“. Allerdings steht schon so gut wie fest, wer diese belegen wird.

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