Alsdorf: Gisela Luise Till: „Das Schreiben verfolgt mich ein Leben lang“

Alsdorf: Gisela Luise Till: „Das Schreiben verfolgt mich ein Leben lang“

Für ihre Enkelin ließ sich Gisela Luise Till einst komplett von der Imagination und Kreativität einspannen. Fast zehn Jahre ist es her, dass die Alsdorferin bei dem kleinen Mädchen einen schier unstillbaren Hunger nach neuen und selbstgeschaffenen Märchen und Geschichten entwickelte.

Die Großmutter stellte sich dieser Herausforderung und dachte sich immer weitere Handlungen aus, bis zu dem Moment, als ihr buchstäblich der Kopf rauchte.

„Die Kleine wollte eine Geschichte nochmals hören, die ich mir einige Tage zuvor ausgedacht und ihr erzählt hatte. Ich konnte mich aber nicht mehr ausreichend erinnern.“ Ab diesem Moment war aus der passionierten Schreiberin Till wohl die Autorin Till geworden: „Schreiben hat mich schon immer begeistert, aber erst im Alter habe ich endgültig zu meiner Muße gefunden.“ Das Haus der zweifachen Mutter in der Broicher Siedlung wurde umgehend zur „Schreibwerkstatt“.

Stets verfeinert

Einige Zeit später hielt sie bereits die erste reife Frucht dieser späten Passion in den Händen. „Die Zauberperle“ — so hieß ihr Erstlingswerk — wurde von den Verantwortlichen des Verlags „Papierfresserchen“ als so gut bewertet, dass eine Veröffentlichung gewagt wurde. Till hatte ihr Handwerk bis dahin als Autodidaktin stets verfeinert. Nicht nur beim „Literaturbüro Euregio Maas-Rhein“ in Aachen holte sie sich wertvolle Tipps von gestandenen Profis.

Seit dieser Frühphase ist viel Zeit vergangen, und „Die Zauberperle“ hat Hunderte Leser in die geheimnisvolle Welt Marias entführt. Ihre Abenteuer mit Fantasiewesen, denen sie sich mit der Zauberperle stellen musste, endeten laut Till „bewusst offen“. Die Option einer Fortsetzung hielt sie sich zwar offen, dennoch benötigte Till Jahre des Abstands, um sich neu zu sammeln. Schlussendlich waren es Freunde, Fans und nicht zuletzt auch ihre Enkelin, die sie zu einem neuen Roman ermutigten.

„Es sollte ein unabhängiges Buch werden und auch von den Lesern verstanden werden, die die Zauberperle nicht kennen“, verriet Till unserer Zeitung. Wer die Zauberperle gelesen hat, der wird dennoch schnell eine Verbindung zum neuen Roman „Die Königin des Lichts“ erkennen: Protagonistin ist die kleine Luzie, die ein aus ihrer Sicht zunächst lästiges Geheimnis in sich trägt. Ein helles Licht in ihrer Brust gibt ihr unter Freunden den verhassten Spitznamen „Blinkie“. Nimmt der Frust Überhand, entwickelt das zierliche Mädchen ungeahnte Kräfte.

Das geheimnisvolle Licht in ihrem Körper ruft mit der Zeit gierige Gestalten auf den Plan. Nur mit viel Geschick, Mut und der Hilfe ihrer Freunde kann sich Luzie gegen die finsteren Mächte wehren, die nach ihrer Besonderheit lechzen. In einer geheimnisvollen Welt voller Magie, bösem Zauber und Fantasiewesen ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Über vier Jahre

Über vier Jahre arbeitete Till an dieser Fortsetzung, wobei sich viele Schreibpausen eingeschlichen haben. „Um den Kopf frei zu bekommen habe ich zwischen 2010 und heute begonnen, Kurzgeschichten, Märchen und Gedichte zu veröffentlichen. Die Arbeit am neuen Roman selbst hat zusammengerechnet etwa zwei Jahre in Anspruch genommen“, erläuterte Till.

Diese in verschiedenen Sammelbänden veröffentlichten Werke werden demnächst zusammen mit noch unveröffentlichten Werken in einem Sammelband herausgegeben.