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Baesweiler: Gipfelstürmer starten im Bergfoyer durch

Baesweiler : Gipfelstürmer starten im Bergfoyer durch

Wenn sich frühmorgens der Tau in den Blättern der Disteln sammelt, dann können sich die kleinen Wichtel waschen. „Zwergenbadewannen” nennen Biologen solche Mini-Pools auf den Blättern. Ein ulkiger Begriff, mit dem die kleinen Teilnehmer des ersten Ferienateliers der Baesweiler Werkstatt der Jugendkunstschule „Aber Hallo” jetzt etwas anfangen können.

„Gipfelstürmer” haben im gleichnamigen Kurs die neuen Räume in der oberen Etage des Bergfoyers im Carl-Alexander-Park eingeweiht und die Halde für sich entdeckt.

Rund um Baesweilers höchsten Gipfel waren 15 Kinder unterwegs, um Inspirationen für vielfältige Kunstwerke zu sammeln. Die Zwergenbadewannen und noch vieles mehr hat ihnen dabei einen Tag lang die Biologin Uta Splettstößer gezeigt.

Die Kleinen haben gesehen, welche Pflanzen die Bergehalde als Lebensraum erobert haben und welchen Tieren es dort gut gefällt. Solche Erfahrungen haben die Kinder in Bildern verarbeitet haben. Auch Modelle haben sie gebaut.

Und zwar nicht irgendwelche. Kunstvolle Nachbauten der Bergehalde gibt es ebenso wie Repliken des Kilimanscharo. Und wenn Baesweilers Berg mit seinen eher mickrigen 80 Höhenmetern in natura nicht neben dem afrikanischen Vulkan bestehen könnte - als Modelle stehen die beiden majestätisch Seite an Seite. Überhaupt ist Größe ja ganz schön relativ, wie die Kinder nun wissen.

Denn was dem Menschen bloß ein Erdhaufen ist, kann für die Ameise ein gewaltiger Tummelplatz sein. Auch Maulwurfshügel und Bienenstöcke haben die Kinder deshalb modellhaft entworfen - eben Berge für etwas kleinere Bewohner.

Die Arbeit im neuen Baesweiler Atelier ging zügig voran. Trotz gewisser Platzprobleme, denn nur 33 Quadratmeter stehen im Obergeschoss des Bergfoyers mit seinen schrägen Wänden zur Verfügung. Doch haben sich die Kinder gut mit dem Raum arrangiert, in dem noch viele Regale bis hoch zur Decke leer sind. Da wird noch etwas hineinkommen.

„Das hier war der Start, und der war prima”, sagte gestern Kunstschulleiter Claus Jürgen Klüglich. Auch in den kommenden beiden Wochen sind Kinder bei Ferienateliers rund um die Halde unterwegs. Mit Beginn der Schulzeit startet dann in der Baesweiler Zweigstelle der in Alsdorf gegründeten Jugendkunstschule erstmals ein reguläres Kursangebot.

Dass es nun auch in Baesweiler kreativ zugeht, schien Klüglich gestern für einen Moment entfallen zu sein. „Ich begrüße Bürgermeister Willi Linkens und die anderen Vertreter der Stadt Alsdorf.” Großes Gelächter. „Uups, Baesweiler. Das werde ich noch lernen - versprochen.” Willi Linkens zeigte sich angetan von dem neuen Mieter im Bergfoyer. „Die Kinder bringen hier eine Menge zusätzliches Leben rein. Vielleicht wird es irgendwann einmal Ausstellungen von berühmten Baesweiler Künstlern geben, die hier ihr Handwerk gelernt haben.”