GHG in Alsdorf bekommt wahrscheinlich siebten Zug

Gustav-Heinemann-Gesamtschule : In sechs Zügen kommen nicht alle unter

An der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Alsdorf muss wegen hoher Anmeldezahl im nächsten Schuljahr wahrscheinlich ein siebter Zug eingerichtet werden.

Eigentlich war geplant, die Gustav-Heinemann-Gesamtschule (GHG) im kommenden Schuljahr mit sechs Zügen an den Start zu schicken – so, wie es im städtischen Schulentwicklungsplan auch vorgesehen ist. Nachdem die Anmeldephase an den Alsdorfer Schulen gelaufen war, meldeten sich „Am Klött“ aber immer mehr Eltern mit Ablehnungsschreiben von den beiden Realschulen und der Frage, wo sie denn hin sollten? GHG-Leiter Martin May nahm Schüler auf, bis die sechs Züge voll waren und begann, eine Warteliste zu füllen. Dann wendete er sich an die Stadt mit der Meldung: „Wir müssen wahrscheinlich eine Mehrklasse bilden.“

Der Bedarf werde im Rathaus gerade geprüft, erklärte Bürgermeister Alfred Sonders auf Nachfrage. Vor den Sommerferien sei in den Anmeldezahlen immer noch Bewegung. Sollte ein siebter Zug aber tatsächlich nötig sein, werde er im kommenden Schuljahr – Genehmigung der Bezirksregierung Köln vorausgesetzt – eingerichtet. Eine Entwicklung, die allerdings nicht zur Entschärfung der in Teilen angespannten Platzsituation beiträgt.

Mehr geht nicht

Sieben Züge – mehr Schüler dürften es nicht werden, sagt May, und selbst das müsse an der
Gesamtschule als Ausnahmesituation gelten. Den Platz, sieben Züge durchgängig zu beschulen, habe man schlicht und ergreifend nicht. Auch nicht mit dem Erweiterungsbau, der mit Mitteln aus dem Landesförderprogramm „Gute Schule 2020“ gebaut wurde und kurz vor der Inbetriebnahme steht. Für rund eine Million Euro ist ein eingeschossiges Gebäude entstanden, in dem vier multifunktionale Klassenräume, die über mobile Trennwände in zwei größere Räume aufgeteilt werden können, errichtet wurden. Sollten auch in den kommenden Jahren mehr Schüler an der Gesamtschule angemeldet werden als in sechs Züge passen, dann müsse die Stadt über einen Erweiterungsbau nachdenken, sagt May.

Der Erweiterungsbau ist zum Start des kommenden Schuljahres einsatzbereit. Foto: Thomas Vogel

Das allerdings sei nicht Plan der Stadt, erklärt Sonders und auch er betont den Ausnahmecharakter einer möglichen Siebenzügigkeit im kommenden Schuljahr. Noch bewege man sich im Rahmen des Schulentwicklungsplans, an dessen Fortschreibung gerade gearbeitet werde. Sollte es in Alsdorf weiterhin eine hohe Zahl an Zuzügen und damit eine hohe Zahl von Anmeldungen an Schulen geben, werde man sich in einem Gesamtkonzept zu überlegen haben, wie man sich aufstelle.

Während die Debatte um eine Erweiterung mit zusätzlichen Klassenräumen eher in die Kategorie „Was wäre wenn ...“ fällt, ist jene um eine andere Erweiterung nach Mays Dafürhalten aktuell zu führen: Er fordert von der Stadt mehr Kapazität, um überdacht Sport treiben zu können – also eine neue bzw. zusätzliche Turnhalle. Eine Forderung, die in den 90er Jahren schon vom Gründungsschulleiter Volker Klüppel an die Stadt herangetragen worden sei, erwähnt May.

Zu geringe Hallenkapazität

Einige Schüler der GHG sind talentierte Sportler, die Schule stellt Städteregionsmeister in Leichtathletikdisziplinen wie Hochsprung, Weitsprung, 100-Meter-Sprint, Kugel- und Speerwurf (alles Wettkampfklasse II). Viele von ihnen würden sich über das Abiturfach Sport sicher freuen, das jedoch nicht angeboten werden könne, sagt May. Der Grund: „Wir können den richtliniengemäßen Sportunterricht von drei Stunden pro Woche und Jahrgang mit unserer augenblicklichen Sporthallenkapazität nicht erfüllen.“ Das Problem bestehe vor allem in den kalten Monaten, wenn der Kunstrasenplatz und die Laufbahn nicht genutzt werden können. Dennoch: Eigentlich, sagt May, sei eine größere oder eine zusätzliche Sporthalle nötig. Von rund 1000 Schülern in der S1 (Klassen 5 bis 10) könnten lediglich 340 mit drei Stunden Sport pro Woche versorgt werden, der Rest habe nur zwei Stunden. Im Sportstättenentwicklungsplan der Stadt sei die Kunstrasenanlage „Am Klött“ aber als ganzjährige Anlage ausgewiesen.

Überrascht über die Forderung zeigte man sich im Rathaus. Die Dreifachsporthalle an der GHG sei die größte in der ganzen Stadt, erklärte Sonders. Der Einzelbau kann über Trennwände in drei Turnhallen unterteilt werden, im November und Dezember soll die Halle saniert, Prall- und Lärmschutz erneuert und eine neue Tribüne eingebaut werden. Im Kubiz komme man auch mit drei Sporthallen zurecht, die dort unterirdisch als Einzelbauten zur Verfügung stehen. Den Ruf nach einer neuen Halle könne er nicht nachvollziehen, es ließen sich jedoch sicherlich Lösungen finden, wenn es an der Stelle ein Problem gebe – etwa die Mitnutzung von anderen Sporthallen in der Nähe. Die Sporthalle Schaufenberger Straße wird bereits von Schülerinnen und Schülern der GHG mitgenutzt.

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