Würselen: Gewerkschaft: Mehr Polizisten sind nötig

Würselen: Gewerkschaft: Mehr Polizisten sind nötig

Eine beachtliche Resonanz hat der Bericht unserer Zeitung „Einbrecher schlagen erneut gnadenlos zu“ (12. Juli) zur Folge. Das brisante Thema hat so machen Lokalpolitiker auf den Plan gerufen. Auch die beiden Landtagsabgeordenet Eva-Maria Voigt Küppers (SPD) und Hendrik Schmitz (CDU) haben sich bei Hubert Wickerath kundig gemacht.

Innerhalb von nur acht Monaten wurde sein Einfamilienhaus von Einbrechern heimgesucht. Beim zweiten Mal gingen der oder die Unbekannten mit derart brachialer Gewalt vor, dass der Würselener Hausherr einen Schaden von fast 5000 Euro zu beklagen hat. Bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP)rennt Hubert Wickerath mit seiner Forderung nach mehr Polizeipräsenz statt des vom Land angekündigten Stellenabbau offene Türen ein. Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt in der Aachener Region 61 Stellen eingespart werden. „,Dieses Gefühl zwischen Ohnmacht und Wut, diese Unsicherheit, bei Tag und Nacht im eigenen Haus‘, diese Beschreibung des Einbruchsopfers als Folgen des traumatischen Erlebnisses“, kann Wilhelm Jensch, der Vorsitzende der GdP-Kreisgruppe Aachen, ganz und gar nachvollziehen.

„Der Geschädigte bestätigt damit einen Bericht der GdP-Kreisgruppe, die wiederholt darauf hingewiesen habe, dass gerade der Wohnungseinbruch eines der Delikte ist, das Sicherheitsempfinden der Betroffenen massiv beeinflusst. Die Vorstellung, dass eine unbekannte Person in die Privatsphäre von Bürgerinnen und Bürgern eingedrungen ist, deren Schränke, Kleidung und andere persönliche Gegenstände anfasste und durchwühlte, traumatisiert die Opfer“, weiß Jensch.

Hintergrund der gewerkschaftlichen Initiative sei die Sorge um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger, der auch nach Einschätzung der GdP „nur mit einer Erhöhung der Anzahl von Polizistinnen und Polizisten erreicht werden kann!“ Aus gewerkschaftlicher Sicht helfe es den Bürgern nichts, wenn die Politik den polizeilichen Personalbedarf mit Verweis auf die schrumpfende Bevölkerung in NRW anpasse. Jensch: „Aufgrund international operierender Banden, die gerade in NRW und auch in Aachen schwere Straftaten begehen, müsste der Personalbestand der Polizei erhöht werden!“

Nur eine dauerhafte Verstärkung der Polizei ermögliche eine konsequente Erledigung der polizeilichen Aufgaben. Polizistinnen und Polizisten in solche „Sonderlagen“ zusätzlich einzusetzen, um beispielsweise Ermittlungskommissionen personell stark aufzustocken, führe dazu, dass die ursprünglich zu erledigenden Aufgaben liegen blieben. „Straftaten werden auf der Straße verhindert und am Schreibtisch aufgeklärt. Dieser alte polizeiliche Grundsatz müsste wieder in den Fokus der Politik rücken“, fordert der Gewerkschafter. Jensch: „Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger durch sichtbare in Uniform und unsichtbare in Zivil polizeiliche Präsenz vor Ort muss gestärkt werden. Vor allem durch Uniformierte, die in der Öffentlichkeit als Polizei erkennbar sind, werden erfahrungsgemäß Straftäter von Straftaten abhalten. Die Verhinderung von Straftaten muss wieder Priorität besitzen. Denn verhinderte Straftaten brauchen nicht erforscht und aufgeklärt zu werden.“

Mit welchem uniformierten Personalansatz die Aachener Polizei Straftaten verhindern könne, regele der Minister für Inneres und Kommunales per Erlass. Anhand seit Jahren unveränderten „Maßstäbe“ werde das Personal auf die einzelnen Polizeibehörden verteilt. Aus gewerkschaftlicher Sicht werde bei diesen Maßstäben die polizeiliche Prävention zur Verhinderung von Straftaten „sträflich vernachlässigt“.

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