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Alsdorf: Gewerkschaft fordert Stopp des Lohndumpings

Alsdorf : Gewerkschaft fordert Stopp des Lohndumpings

„Nur wenn soziale Gerechtigkeit in allen Lebens- und Arbeitsbereichen das Handeln bestimmt, kann eine weitere gesellschaftliche Spaltung verhindert werden.” Diese Botschaft stellte Thomas Steinberg, Gewerkschaftssekretär der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) im Bezirk Alsdorf, in den Mittelpunkt der Maikundgebung im Alsdorfer Burgpark.

Gut 500 Zuhörer versammelten sich vor der Bühne, auf der das Maimotto zu lesen war: „Du hast mehr verdient! Mehr Respekt. Soziale Gerechtigkeit. Gute Arbeit.” Steinberg kritisierte in seiner Rede die Einführung der Rente mit 67 Jahren. „Das ist faktisch eine Rentenkürzung. Sie verlängert für viele nur die Zeit der Arbeitslosigkeit und führt zur wachsenden Altersarmut.”

Schon heute fehlten eine Million Arbeitsplätze für Arbeitnehmer über 55 Jahre. Er forderte einen flexiblen Korridor statt einer starren Altersgrenze: „Ab 62 sollten alle wählen können, wann für sie der richtige Zeitpunkt gekommen ist, aus dem Erwerbsleben auszuscheiden.” Das Publikum signalisierte seine Zustimmung.

Nicht nur den Rentnern mangele es an Kaufkraft, auch den Arbeitnehmern. Gute Arbeit verdiene nicht nur gute Bedingungen wie Mitbestimmung, Entfaltungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen, sondern vor allem auch eine faire Bezahlung. Dafür setze sich die IGBCE in den aktuellen Tarifrunden - wie derzeit bei der Papierindustrie - ein, doch dafür brauche sie eine breite Unterstützung. Steinberg: „Nur Mitbestimmung sichert gute Arbeit!” Es könne nicht angehen, dass Top-Manager sich ihre Gehälter um 16 Prozent erhöhten und gleichzeitig forderten, ihre Arbeiter sollten zu Löhnen wie in Polen arbeiten. „Darauf gibt es nur eine Antwort: Lohndumping muss gestoppt werden. Wir brauchen eine Tarifpolitik, damit Beschäftigte bekommen, was sie verdienen!”