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Setterich: Gesundes Essen für den grünen Bereich

Setterich : Gesundes Essen für den grünen Bereich

Die Gesundheitsexperten schlagen Alarm: Zu viele Kalorien, zu wenig Bewegung, unregelmäßiges Essen und ungünstige Nahrungszusammensetzung - immer mehr Kinder leiden unter Übergewicht.

Laut jüngstem Gesundheitsbericht des Kreises Aachen haben etwa beim Schulstart 2004/05 durchschnittlich 12,6 Prozent der Kinder mehr Gewicht auf die Waage gebracht, als ihnen gut tut. An erster Stelle steht dabei kreisweit der Nachwuchs in der Stadt Baesweiler mit 16,2 Prozent übergewichtigen Erstklässlern. Grund genug, etwas gegen den gesundheitlichen Risikofaktor Übergewicht zu unternehmen.

Einige Sekunden lang herrscht angestrengtes Schweigen im Klassenraum der 10c der Lessingschule. Elf Jugendliche sitzen dort im Kreis, zu ihren Füßen ist eine Ernährungspyramide-Decke ausgebreitet, die sie mit Lebensmitteln füllen sollen. Die Nahrungsmittel holen sie dazu aus einem „Fresssack” - ein mit Lebensmittelpackungen gefüllter Sack, den Mitra Koch und Kerstin Kratz vom Kreisgesundheitsamt mitgebracht haben.

Die Frage, über die die Schüler grübeln, lautet: Sind Müsliriegel Süßigkeiten und gehören sie in die rote Spitze der Pyramide? Oder sind sie vielleicht Getreideprodukte, die in die gelbe Mitte oder gar in den grünen Fuß der Pyramide gehören? Schließlich entscheidet sich die zwölfjährige Sevda-Nur, die die Müsliriegelpackung aus dem Fresssack gefischt hat, für Süßigkeit. „Richtig”, bewertet Mitra Koch, „Müsliriegel enthalten viel Zucker, deshalb sind sie eine Süßigkeit.” Weiter geht es, der Fresssack wandert durch den Kreis, jeder Schüler holt etwas hervor und legt es auf die Pyramide. Obst, Reis, Streichkäse - alles findet seinen richtigen Platz.

Auf diese Weise lernen die Kinder, was beim Einkaufen gesund ist und was nicht”, erläutert Mitra Koch, die mit ihrer Kollegin zu der Projektgruppe Gesundheitsförderung und Prävention gehört und in Schulklassen und Kindergartengruppen dem Nachwuchs anschaulich gesunde Ernährung erklärt.

Denn: „Das Essverhalten hat sich stark gewandelt. Die Strukturen in den Familien sind anders, es wird viel seltener gemeinsam gegessen”, erklärt Kerstin Kratz die Notwendigkeit des Projekts. Viele Heranwachsende wüssten gar nicht mehr, was gesund sei - mit dem ernüchternden Resultat, dass annähernd jedes fünfte Kind zu dick sei, so Mitra Koch. Dabei sei das gar nicht nötig, wenn die Kinder wüssten, wie etwas zubereitet wird.