Geschäftsführer Bostelaar wird Rhein-Maas-Klinikum wohl verlassen

Personeller Umbruch : Turbulenzen im Würselener Krankenhaus

Das Rhein-Maas-Klinikum (RMK) in Würselen steht vor einem Umbruch in der Geschäftsführung. Nach Informationen unserer Zeitung wird der derzeitige Geschäftsführer René A. Bostelaar seinen Posten in einigen Wochen räumen.

Als Hauptgründe für diesen Schritt gelten massive Spannungen zwischen der medizinischen Belegschaft und Bostelaar sowie die wirtschaftlich bedenkliche Lage des Hauses. Zwar gibt es noch keine offiziellen, endgültigen Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2018. Doch allgemein wird erwartet, dass das Haus mit einem Minus abschließen wird.

Im Herbst 2018 hatte das RMK 17 Mitarbeiter entlassen müssen. Laut übereinstimmender Aussagen unterschiedlicher Quellen gibt es darüber hinaus kein Vertrauensverhältnis mehr zwischen dem Geschäftsführer und einem Großteil des medizinischen Personals.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des RMK, Städteregionsrat Tim Grüttemeier, bestätigte diese Spannungen, nahm Bostelaar aber auch in Schutz: „Es gibt eine Vielzahl von Problemen am Rhein-Maas-Klinikum. Für manche ist die Geschäftsführung mitverantwortlich, für andere nicht.“ Bostelaar habe das Haus in schwierigen Zeiten übernommen und erfolgreich saniert.

Insgesamt sei nun jedoch ein Punkt erreicht, an dem durch den Umbau der Geschäftsführung neue Impulse gesetzt werden müssten, sagte Grüttemeier. Im Laufe des Januars würden die Gremien des 650-Betten-Hauses, das jeweils zur Hälfte der Städteregion Aachen und der Knappschaft Bahn-See gehört, über das weitere Vorgehen entscheiden.

Grüttemeier widersprach Gerüchten, nach denen das RMK vor der Insolvenz stünde: „Davon kann nicht die Rede sein, wir müssen die wirtschaftliche Lage allerdings gut im Blick behalten.“ Insgesamt muss das Rhein-Maas-Klinikum mit seiner 1500-köpfigen Belegschaft Kredite in Höhe von rund 30 Millionen Euro bedienen. Voraussetzung für die Kreditwürdigkeit des Krankenhauses ist wirtschaftlicher Erfolg.

Doch auch das Jahr 2019 könnte zu einer harten Probe werden. Mit Björn Schwick verlässt unter anderem der Chefarzt der renommierten Lungenklinik das RMK Richtung Aachener Luisenhospital. Ihm folgt mit Ingo Krüger ein zweiter Chefarzt. „Diese Stellen werden adäquat ersetzt. Trotzdem ist das ein schwerer Schlag“, räumte Grüttemeier ein.

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