Gesamtschule in Würselen: Kostenüberschreitung um 533.000 Euro

Mehr belasteter Boden als gedacht : Neubau der Gesamtschule Würselen wird teurer

Seltsame Hügel, abgedeckt mit Folie, die durch Sand beschwert ist, sind plötzlich vor der Sporthalle an der Krottsstraße in Würselen zu sehen. Darunter verbirgt sich „belasteter Bodenaushub“, der im Zuge des Baus der neuen Gesamtschule angefallen und nun dort zusammengeführt worden ist, wie Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen auf Nachfrage unserer Zeitung sagt.

„Selbstverständlich wird das Erdreich bis Inbetriebnahme der Schule abtransportiert sein“, sichert er zu. Die Fertigstellung der eigentlich auf 28 Millionen Euro gedeckelten neuen Schule ist auf den 12. Juli terminiert, war jetzt in der Sitzung des Bildungsausschusses zu erfahren. Derzeit ist die Gesamtschule in der alten Haupt- und der Realschule untergebracht.

Material wird beprobt

Zuletzt wurde beim Anlegen des Schulhofs Erdreich abgetragen. Es ist offenbar mehr Bodenaushub zusammengekommen, der problematisch ist und besonders behandelt werden muss. Die überarbeitete Prognose sieht hierfür Mehrausgaben in Höhe von 124.000 Euro vor. Das beruht auf Erfahrungswerten, war aus der Stadtverwaltung zu hören. Ob die Summe noch höher ausfällt, muss abgewartet werden, weil das Material beprobt werden muss. Nach den Ergebnissen richtet sich der Aufwand. Nach Stand der Dinge dürfte die Schule die grundsätzlich vom Stadtrat beschlossene Deckelung um rund 533.000 Euro überschreiten (laut Stadt sind das 3,5 Prozent plus), wobei die ultimative Schlussrechnung noch aussteht.

Im Bildungsausschuss legte die Verwaltung eine Übersicht vor. Demnach fielen durch Verfüllen eines alten Brunnenschachtes Mehrausgaben in Höhe von 14.000 Euro an. Eine mobile Trennwand im Bereich der Essräume treibt die Kosten um 21.500 Euro nach oben. Änderungen der Oberbodenbeläge in den Außenanlagen kosten knapp 6600 Euro, die Anpassung der Entwässerung fürs Kleinspielfeld schlägt mit 2300 zu Buche. Aufgebracht werden müssen Sondierungsbohrungen des Kampfmittelräumdienstes, die 61.000 Euro kosteten. Gegenfinanziert wird dies durch den Wegfall des Bolzplatzes (66.000 Euro).

60.000 Euro mehr Geld muss für die Ausstattung der Mensa eingesetzt werden. Weitere Posten sind: Bühnenvorhang 5300, Kiosk 5300, Rolladen zur Abtrennung der Essensausgabe 7000, Treppe zur Bühne in der Aula 4900, Umsetzung des Farbkonzepts als Leitsystem 16.500, Entfernung von Betonfundamenten 10.000 (prognostiziert), Betriebs- und Geschäftsführungsausstattung (Möbel etc.) 166.000, Anwaltskosten 10.500 und Installation einer Funkmeldeanlage für die Feuerwehr 89.000 Euro.

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