Alsdorf: Geplatzte Koalition will über die Zukunft beraten

Alsdorf: Geplatzte Koalition will über die Zukunft beraten

Wie geht es mit dem Sportstättenentwicklungsplan in Würselen weiter? Werden alle Karten neu gemischt? Die Frage stellen sich nicht nur Vereinsvertreter.

Nach dem Bruch der großen Koalition im Stadtrat haben SPD-Fraktion und -Stadtverband nun die CDU für den kommenden Montag eingeladen, um „über die weitere kollegiale Zusammenarbeit im Stadtrat“ zu sprechen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Jürgen Schmitz sagte unserer Zeitung, auf das Angebot eingehen zu wollen: „Wir werden uns nie einem Gespräch verschließen.“ Man habe das Ziel, ein gemeinsames Prozedere zu erarbeiten, wie man künftig bei wichtigen Themen miteinander kommuniziert — allerdings werde man so auch mit den anderen Fraktionen verfahren. „Nur dass da kein Missverständnis aufkommt: Es geht nicht darum, neue Mehrheiten zu schaffen“, so Schmitz weiter.

Mit welchen Positionen und Zielen der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Küppers in das Gespräch gehen will, fragte Verena Müller:

Herr Küppers, wie geht es nun weiter? Die CDU sagt, die SPD drücke sich davor, das in den eigenen Reihen zum Teil umstrittene Sportstätten-Konzept mitzutragen und wolle die Entscheidung auf die Würselener abwälzen. Wie stehen Sie dazu?

Küppers: Das ist kompletter Unsinn. Wir haben gemeinsam ein Konzept und dessen Finanzierung beschlossen. Und wir stehen nach wie vor dahinter. Die SPD-Fraktion will das genau so umsetzen, wie es im Rahmen der Haushaltsbeschlüsse festgelegt wurde.

Darauf habe ich in verschiedenen Besprechungen mit der CDU, aber auch öffentlich in der Besprechung mit Vertretern der Broichweidener Vereine am 17. Mai, an der neben Karl-Jürgen Schmitz auch zwei seiner Stellvertreter und der Ortsverbandsvorsitzende der Broichweidener CDU teilgenommen haben, hingewiesen. Die Schlussfolgerung, die Entscheidung auf die Bürger abwälzen zu wollen, ist schlichtweg falsch.

Gut. Sie unterstützen aber den Vorschlag des Bürgermeisters, einen Bürgerentscheid zu initiieren.

Küppers: Das heißt aber doch nicht, dass wir das Konzept nicht mehr mittragen! Diese Schlussfolgerung wäre nur richtig, wenn man unterstellte, dass die Bürgerschaft das Sport-Konzept bei einem Bürgerentscheid in jedem Fall ablehnen würde. Wir hoffen aber, die Bürgerschaft von dem Konzept überzeugen zu können.

Das heißt, Sie halten auch an der Leichtathletik-Anlage fest.

Küppers: Also dazu muss ich kurz ausholen: Die SPD propagiert seit mehr als vier Jahrzehnten eine 400-Meter-Umlaufbahn, und ich erlaube mir an der Stelle den Hinweis, dass dieses Projekt bereits im Jahr 2000 durch das Land NRW gefördert worden wäre und der Förderbescheid der Stadt Würselen bereits 1999 zugestellt wurde.

Allerdings haben sich die von Bürgermeister Werner Breuer (CDU) geführte Stadtverwaltung und der von einer schwarz-grünen Koalition unter der Führung des heutigen Fraktionsvorsitzenden der CDU bestimmte Stadtrat gegen den Bau der Leichtathletik-Anlage an der Kausseneichsgasse, für die es bereits Bauleitpläne gab, entschieden. Die Leichtathletik-Anlage könnte also, wenn es nach uns gegangen wäre, schon seit rund 15 Jahren Wirklichkeit sein.

Bleibt der Vorwurf der Illoyalität und fehlender Absprachen.

Küppers: Die SPD hat sich ihrem Koalitionspartner gegenüber stets loyal verhalten. Und eindeutige Verstöße der CDU gegen die Koalitionsvereinbarung, etwa die Veröffentlichung der CDU zur Sanierungsvariante im Vorfeld der Standortentscheidung Gesamtschule oder das wiederholte abweichende Stimmverhalten im Rat, hat die SPD unkommentiert gelassen und nicht zum Anlass genommen, die Koalition infrage zu stellen. Deshalb bin ich persönlich enttäuscht.