Alsdorf: Geocaching am Energeticon: Schatzsuche als Reise in die Bergbau-Ära

Alsdorf: Geocaching am Energeticon: Schatzsuche als Reise in die Bergbau-Ära

Rund 2000 Besucher aus mehr als zehn Ländern hat das Bergbau- und Geocache-Event am Wochenende auf das Energeticon-Gelände gelockt. 25 Jahre nach Schließung der Grube Anna in Alsdorf wurden hier nun zwei Tage lang moderner Freizeitspaß verbunden mit einer spannenden Reise in die Vergangenheit des deutschen Steinkohlenbergbaus im Aachener Revier geboten.

Geocaching — auch GPS-Schnitzeljagd genannt — ist eine Art moderne Schatzsuche. Anhand geografischer Daten gilt es die Geocaches, kurz Caches (Verstecke), mit Hilfe eines GPS-Empfängers zu suchen. Mit genauen Landkarten ist eine Suche auch ohne GPS-Empfänger möglich. In der Regel ist ein Geocache ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie oft auch verschiedene Tauschgegenstände befinden.

Die Eröffnung des Geocaching-Angebots rund um das Energeticon lockt viele Teilnehmer und Zaungäste nach Alsdorf. Die „Schnitzeljagd“ per GPS führt in die Bergbauvergangenheit und Energiezukunft. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Es gibt verschiede Caches. Da sind solche, bei dem die angegebenen Koordinaten zum Versteck führen. Dann gibt es unter anderem den „Mystery-Cache“. Um die Finalkoordinaten zu erhalten, sprich das Versteck zu finden, müssen die Teilnehmer zuerst ein Rätsel lösen. Das kann ein Sudoko sein, eine Denksportaufgabe, ein Quiz oder eine mathematische Fragestellung.

Auf dem Energeticon-Gelände war es eine Dahlbusch-Bombe im Kleinformat, die es zu finden galt. Im Original kann diese torpedoförmige Rettungskapsel im Bergbau zur Rettung verschütteter Bergleute eingesetzt werden.

Altes erhalten, Neues gestalten

Neben den Aktionen rund ums Geocaching hatten sich die Organisatoren Daniela und Stefan Grates mit Unterstützung vom Pro-Energeticon-Förderverein und dem Verein Bergbaumuseum Grube Anna II noch einiges mehr einfallen lassen. So gab es auf dem Energeticon-Gelände einen bunten Mix aus Bergbautradition, Unterhaltung mit Show und Musik sowie zahlreicher Mitmachaktionen an beiden Tagen. Wichtig bei dem Ganzen sei ihm, so Stefan Grates, „Altes zu erhalten, Neues zu gestalten“.

Die Fossilien-Suche kam bei Mädchen und Jungen gut an. Viele Besucher erklommen zudem das Fördergerüst am Annaplatz und genossen den Panoramablick über Alsdorf. Auch der Haldenrundgang stieß auf Interesse. Über alte Eisenbahnen erzählte ein Schaffner und Frank Trepte stellte sein Buch „Oh nee Papa, nicht schon wieder Geocachen!“ vor. „Birre“— alias Joan van Bierbeek — hatte einige selbst gefertigte Caches mitgebracht. Eifrig versuchten Besucher diese zu öffnen, was nicht immer so ganz einfach war. Der ein oder andere kleine Trick war schon manchmal nötig, um einen Cache zu öffnen. Einige Cacher bastelten sich ein Taschen-Cito, das ist eine Plastik-Mülltüte, die in einer papiernen Banderole eingeschlagen ist.

„Ganz im Sinne des Naturschutzes“, erklärte „Big-Bonsai“ alias Projektleiterin Nicole Frölich. Es solle anregen, wilden Müll aufzuheben, was immer mehr Cacher auch täten. Zur Stärkung wurden herzhafte und süße Speisen, warme und kühle Getränke angeboten und auch der Bergmannsschnaps fehlte nicht.

„Es ist super hier“

Eröffnet worden war das Event von Vize-Bürgermeister Friedhelm Krämer, der sich freute, dass so viele Besucher in die Stadt gekommen waren, „um das Hobby Geocaching in einem ganz besonderen Rahmen zu entdecken“.

Aus Duisburg war Eugenio Gallego-Lopez (Cache-Name „Zauberhut“) mit einigen Freunden angereist. „Es ist super hier“, freute er sich, „auch landschaftlich“. Michael Herbst aus Geilenkirchen, der mit der Familie unterwegs war, erzählte: „Früher haben wir praktisch jeden Cache am Straßenrand mitgenommen, heute konzentrieren wir uns mehr auf Favoritenpunkte und Events.“ Doch nicht nur „Profis“ kamen in Alsdorf auf ihre Kosten. Anfängern wurde die moderne Schnitzeljagd mittels Smartphone und GPS-Daten dank Hilfestellungen ebenfalls ermöglicht.

(dag)