Alsdorf: Gemeinschaft der Siedler muss sich auflösen

Alsdorf : Gemeinschaft der Siedler muss sich auflösen

Zu den Vereinen, die ihren Mitgliedern eine wirkliche Stütze und Hilfe bieten, gehören zweifellos die Siedler- oder Siedlungsgemeinschaften, die überwiegend von Bergleuten gebildet wurden. Nach dem Kriege zog der Bergbau von überall Menschen an, die zum Teil aus anderen Landschaften, anderen Berufen, anderen Lebensumständen und ähnlichem nach Alsdorf kamen.

Menschen, Familien und Einzelpersonen, die einander bis dahin völlig fremd waren. Für sie mussten geeignete Wohnungen geschaffen werden, wodurch es in der Stadt zur Bildung einiger Siedlungen kam.

Um Bauabschnitte erweitert

Hierzu gehört auch die Siedlung Alsdorf-Blumenrath, dessen bis dahin kleiner Wohnungsbereich durch einige Bauabschnitte erheblich erweitert und Ende 2017 von 3232 Personen bewohnt wurde. Schon früh wurde die neue Bürgerschar aktiv und gründete am 25. Oktober 1959 durch 27 Siedlerfreunde die „Siedlungsgemeinschaft Blumenrath“ die nach der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1972 auf „Siedlungsgemeinschaft Alsdorf-Blumenrath“ umbenannt wurde. Kein Wunder, dass die Mitgliederzahl in den Jahren auf über 400 anstieg.

Endgültiger Zerfall

Unvergessen die jährlichen Siedler- und Jubilarfeiern mit hochkarätigen Programmen, bis auch bei den Siedlerfesten in den letzten Jahren bis heute ein unaufhaltsamer Einbruch erfolgte und von den großen Siedlerfesten Abschied genommen werden musste. Vorsitzender Karl-Heinz Dreßen hatte sich gegen den endgültigen Zerfall seiner Siedlungsgemeinschaft schon vor seinem Tode vergeblich gestemmt und bemüht, einen neuen Vorstand auf die Beine zu stellen, was ihm, wie vielen anderen Vereinsvertretern in der heutigen Zeit, nicht gelang.

Dann kam es, was zu befürchten war. Bei der ersten Jahreshauptversammlung nach dem Tode von Vorsitzender Dreßen am 9. Juni 2017 bekam die Versammlung trotz aller Bemühungen keinen neuen Vorstand zusammen. Nach längerer Diskussion beschloss man die Auflösung und benannte fünf Personen, um die Auflösung unter der Leitung von Hauptkassierer Karl-Heinz Lürken einzuleiten.

Die Gemeinschaft war kein eingetragener Verein. In der Satzung der Siedlungsgemeinschaft stand, dass bei Auflösung das Vermögen den Mitgliedern zuzuführen ist. Hiergegen sprach die Satzung des Verbandes Wohneigentum NRW. Hiernach ist eine Auszahlung des verbleibenden Vermögens bei Auflösung an Mitgliedern von gemeinnützigen Vereinen nicht zulässig.

Nach Verhandlungen mit dem Verband wurde die Zustimmung des Verbandes erteilt, das Vermögen von 20.600 Euro an gemeinnützige Vereine aus dem Umfeld der Siedlungsgemeinschaft Alsdorf-Blumenrath aufzuteilen.

Der alte Restvorstand unter Hauptkassierer Karl-Heinz Lürken entschied sich dann dafür, die Gelder so zu verteilen, dass hiermit insbesondere die Kinder und Jugend gefördert werden kann. Daher erhielt die Gemeinschaftsgrundschule Blumenrath für die Anlegung einer Spiellandschaft mit Kletterwand 15.000 Euro, die AWO Mariadorf-Hoengen für Soziales 2000 Euro und die große Jugendabteilung des SV Alemannia Mariadorf für eine Verbesserung der Jugend-Umkleide- und Duschräume 3600 Euro.

Aufteilung des Restvermögens

Jetzt traf sich der ehemalige Restvorstand der Siedlungsgemeinschaft mit Hauptkassierer Karl-Heinz Lürken an der Spitze und Vertreter der Spendenempfänger im Vereinsheim von Alemannia Mariadorf, um die Verteilung des Barvermögens offizielle zu vollziehen.

Bürgermeister Alfred Sonders nahm die Gelegenheit wahr, um sich bei den früher Verantwortlichen der Siedlungsgemeinschaft für ihre Arbeit und Aufteilung des Restvermögens an die genannten Empfänger zu bedanken. Hier sei das Geld gut angelegt.

(rp)
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