Nordkreis: Geld aus dem Fonds „Sexueller Missbrauch“ noch bis April beantragen

Nordkreis: Geld aus dem Fonds „Sexueller Missbrauch“ noch bis April beantragen

Wer zwischen den Jahren 1949 und 2013 in der Bundesrepublik Deutschland oder der ehemaligen DDR als Kind oder Jugendlicher im familiären Bereich missbraucht wurde, kann noch bis zum 30. April einen Antrag auf finanzielle Unterstützung aus dem Fonds „Sexueller Missbrauch“ stellen.

„Die Leistungen aus dem Fonds können gewährt werden, wenn ein Zusammenhang zwischen einem sexuellen Missbrauch und heute noch vorhandenen Folgen zu erkennen ist“, sagt Monika Bulin, Fachberaterin des Frauennotrufs. Sie hilft den Antragstellern beim Ausfüllen des Antrags. Der sei umfangreich und für Betroffene oftmals schwer auszufüllen.

„Obwohl es ein Ankreuz-Antrag ist, ist das Ausfüllen für sexuelle missbrauchte Menschen ein schwerer Angang“, erklärt Monika Bulin. „Bei der Antragstellung geht es nicht darum, detaillierte Tatbestände aufzuklären, sondern nur den Grundtatbestand des sexuellen Missbrauchs festzustellen“, informiert Monika Bulin. Wichtig ist der Fachberaterin, dass Männer, wenn sie es wünschen, auch einen männlichen Ansprechpartner haben können.

Die Antragsteller müssen zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sein. Was wird bei Gewährung übernommen? „Zum Beispiel die Kosten für eine Therapie, wenn es keinen anderen Kostenträger gibt. Auch Fahrtkosten zur Therapie können erstattet werden.

Es können aber auch Bildungsmaßnahmen wie das Nachholen eines Schulabschlusses oder Büchergeld beantragt werden“, erklärt Monika Bulin. Bis zu 10.000 Euro pro Antrag werden gewährt, bei Menschen mit Behinderung bis zu 15.000 Euro.

Seit 2013 gibt es den Fond „Sexueller Missbrauch“. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte den Fond eingerichtet. Der Frauennotruf Aachen gehört zu den anerkannten Beratungsstellen für die Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung und hat seitdem mehr als 40 Personen dabei begleitet. Weil am 30. April die Frist für eine Antragstellung abläuft, möchte der Frauennotruf noch einmal auf diesen Fond aufmerksam machen.

Deshalb gibt es Sprechstunden in Würselen und Herzogenrath, zu der Frauen und Männer aus dem gesamten Nordkreis kommen können. Monika Bulin ist am Donnerstag, 3. März, von 12 bis 14 Uhr im Rathaus der Stadt Würselen, Morlaixplatz 1, im Raum 131 A, anzutreffen. Am gleichen Tag hat die Fachberaterin des Frauennotrufs zwischen 15 und 17 Uhr im „FrauenKomm.Gleis 1“ im Bahnhof Herzogenrath, 1. Etage, Sprechstunde.

Der Eingang zum „FrauenKomm“ ist von Bahnsteig 1 aus zu erreichen. Informationen und Terminvereinbarungen beim Frauennotruf, Franzstraße 107, in Aachen, oder unter info@fraunenotruf-aachen.de oder Telefon 0241/542220.