Herzogenrath: Geilenkirchener Straße: Anwohner fordern Maßnahmen gegen Raser

Herzogenrath: Geilenkirchener Straße: Anwohner fordern Maßnahmen gegen Raser

Britta Neyzen war mit ihren gesammelten Einkäufen gerade am Kühlschrank im Keller angelangt, da hörte sie es krachen. Ihr Kleinwagen war gerade im Vorgarten des Nachbarn gelandet. Ein Fiesta Kastenwagen hatte ihn mit dem rechten Kotflügel gerammt.

„Hätte ich keinen dicken Findling im Garten liegen, wäre der Corsa glatt in meiner Hausmauer gelandet”, ist Dieter Gall sicher. Britta Neyzen schüttelt sich derweil in Erinnerung des Vorfalls: „Anderthalb Minuten früher hatte ich noch am Kofferraum gestanden...!”

So dramatisch der Vorfall vom Karsamstag an der Geilenkirchener Straße in Ritzerfeld auch war, er ist für die Anwohner bei weitem nichts Neues. Die L232 hat hier - anders als in Merkstein, wo die Straße vor Jahren aufwändig umgebaut wurde - keine Parkbuchten. Fahrzeuge müssen also am Straßenrand abgestellt werden. Quasi schutzlos, denn bei Gegenverkehr wird es zu eng, vor allem, wenn es sich um Lkw handelt. Ist das Ganze dann auch noch mit unangepassten Geschwindigkeiten gekoppelt, wird es jedem, der seinen Wagen dort geparkt hat, angst und bange.

Der jüngste Unfall nun hat das Fass zum Überlaufen gebracht. „Mit dem Corsa haben wir nun den dritten Wagen auf diese Art verloren, innerhalb von acht Jahren”, stellt Peter Neyzen eine erschreckende Bilanz auf. „Und bei uns hat tatsächlich schon ein Wagen in der Hauswand gestanden”, ergänzt Nachbarin Heidi Geldrie. „Das war vor zwei Jahren, der Wagen kam aus Richtung Rathaus, ist nach links von der Fahrbahn abgekommen und durch drei Vorgärten gerast.” Auch Nachbarin Britta Wenzel kann gleich von mehreren beschädigten Wagen berichten: „Einer wurde komplett geschrottet, bei einem das Rücklicht kaputt gefahren und einmal eine Tür abgefahren.”

Alle am Tisch sind sich einig: Auf Dauer kann das so nicht weitergehen. Soweit, dass einmal Menschen zu Schaden kommen, darf es nicht kommen.

Aber genau erst dann hätte die Polizei Anlass, um in der Verkehrsunfallkommission zum Handeln aufzufordern. Doch im Vergleich zum Vorjahr seien in 2008 sogar weniger Verletzte registriert worden, sagt Polizeisprecher Michael Houba. Im Januar gab es im Bereich Ritzerfeld/Merkstein einen Unfall mit Personenschaden, im Februar keinen, im Vorjahr seien es hingegen im Januar und Februar je vier Verletzte gewesen. Dass auf der L232 zu schnell gefahren wird, ist der Polizei nichtsdestotrotz bewusst: „Wir überwachen die Straße deswegen auch verstärkt.”

„Eigentlich”, so sagt auch Jürgen Venohr, Fachbereichsleiter im Rathaus, „sind geparkte Wagen das probateste Mittel, um die Geschwindigkeit zu drosseln.” Doch in diesem Fall funktioniere das offenbar nicht, stellt er auf Anfrage unserer Zeitung fest. „Bisher aber haben wir noch gar nicht zur Kenntnis bekommen, dass es hier einen Brennpunkt gibt. Ich fahre hier immer langsam. Nichtsdestotrotz nehmen wir die Ängste und Sorgen der Bewohner sehr ernst. Die Stadt hat großes Interesse daran, die Gefahrenstelle zu beseitigen.”

Dazu wird die Verwaltung nun Kontakt mit dem Straßenbaulastträger, dem Landesbetrieb Straßen NRW, und der Polizei aufnehmen. Denn, so betont Venohr, auch wenn es nachweislich so sei, dass geparkte Wagen den fließenden Verkehr wirkungsvoll ausbremsen, könne es nicht sein, dass die Anwohner das volle Risiko tragen.