Alsdorf: Gedenkstein erinnert nun an verdienten Gewerkschafter

Alsdorf: Gedenkstein erinnert nun an verdienten Gewerkschafter

Sein Name mag heutzutage kaum noch jemandem geläufig sein. Doch sein Einsatz für die Sache der Bergleute hat Spuren hinterlassen. An das Engagement des 1923 gestorbenen Gustav Dannich erinnert nun ein neuer Gedenkstein an der Stelle, wo er bestattet wurde: auf dem Mariadorfer Friedhof.

Tausende Menschen hatten dort die Beisetzung des kämpferischen Sozialdemokraten am 8. Mai 1923 begleitet, wie der Mariadorfer Heimatforscher Toni André aus mancher Quelle erfahren hat. „Selbst die beste Maschine setzt aus, wenn die Anforderungen ein ständiges Übermaß darstellen”, hatte es seinerzeit in einem großen Nachruf in der Bochumer „Bergarbeiter-Zeitung” gestanden. Der am 11. August 1881 im schlesischen Nieder-Hermsdorf Geborene war während einer Tarifverhandlung in Berlin einem Herzinfarkt erlegen.

Herzinfarkt bei Tarifverhandlung

1907 kam Dannich ins Ruhrgebiet, wurde Bergmann und Gewerkschafter. Sein Streiten für die Belange der Arbeiter führte zur Kündigung und brachte ihn 1910 ins Aachener Revier. Dort wurde er Sprecher und Verhandlungsführer bei Tarifverhandlungen.

1919 wurde das SPD-Mitglied in den Rheinischen Provinziallandtag gewählt, was heute dem Status eines Landtagsmitglieds entspräche. „Er war ein Kämpfer für Freiheit und Recht”, sagt Toni André, der sich für den neuen Gedenkstein eingesetzt hatte.

Solch einen Stein gab es schon einmal auf dem Gräberfeld, möglicherweise ist er bei Umgestaltungsarbeiten abhanden gekommen. „Selbst wenn ihn heute niemand mehr kennt, gebührt diesem Mann unser Respekt”, nennt André seine Motivation für den Antrag an die Stadt Alsdorf.

Lob für Toni André

Einen Antrag, der Bürgermeister Alfred Sonders sehr gefällt. „Es ist bemerkenswert zu sehen, was auf Initivative eines Einzelnen erreicht werden kann. Ich hoffe sehr, dass Friedhofsbesucher den Gedenkstein sehen und erkennen, dass hier in Mariadorf Menschen gelebt haben, die etwas zum Wohl des ganzen Landes beigetragen haben.”

Den Findling hatte die Nachfolgegesellschaft des EBV gestiftet, 100 Euro für das darauf angebrachte Täfelchen hatte die Indurstriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie beigesteuert.

Und der Mann, der den Stein auf dem Friedhof aufgestellt hat, hat diese Aufgabe besonders gern übernommen. Friedhofsgärtner Thomas Esser ist nämlich ein Urenkel von Gustav Dannich! Viel weiß er auch er nicht von seinem Urahn, doch ist er stolz auf ihn. „Er muss wirklich ein großer Mann gewesen sein.”