Rhein-Maas-Klinikum: Geburtsstation in Würselen bleibt geschlossen

Rhein-Maas-Klinikum : Geburtsstation in Würselen bleibt geschlossen

Mancher mag es seinerzeit für einen Aprilscherz gehalten haben. Es war aber keiner. Zum 1. April dieses Jahres hatte das Rhein-Maas-Klinikum auf der Würselener Marienhöhe seine Station für Frauenheilkunde und Geburtshilfe abgemeldet.

Bei den Kreißsälen hatte sich das bereits angedeutet, bei der Gynäkologie kam es durchaus überraschend. Zumal für ein Großkrankenhaus, das eine „Maximalversorgung“ auf seiner Fahne stehen hat. In der Folge gab es massive Diskussionen über diesen Schritt – auch im politischen Bereich. Der seinerzeit noch neue „Interimsgeschäftsführer“ Andreas Schlüter bekundete gegenüber unserer Zeitung, man werde bis zum Herbst ein neues Konzept für diesen Bereich erarbeiten. Dass dieses Konzept nicht unbedingt das Wiederaufleben der Geburtsstation beinhalten würde, zeichnete sich da schon ab. Auch der Medizinische Direktor des RMK, Georg Mühlenbruch, hatte betont, dass „zu einem Klinikum unbedingt eine Gynäkologie gehöre“. Am Montag nun fiel die Entscheidung in dieser Causa: Ja, es soll wieder eine Gynäkologie in Würselen geben. Und nein, es soll weiterhin keine Geburtsstation mehr geben.

Diesen Beschluss fasste der Aufsichtsrat hinter verschlossenen Türen, nachdem die entsprechende Vorlage zuletzt wegen Beratungsbedarfs noch einmal verschoben worden war. Allerdings war das Nein zur Geburtshilfe keine einstimmige Entscheidung. Dem Vernehmen nach stimmten die Mitglieder der SPD im Aufsichtsrat gegen den Vorschlag der Geschäftsführung. Bekanntermaßen sehen die Sozialdemokraten das medizinische Komplettpaket für einen Maximalversorger als notwendig an.

Wie das Rhein-Maas-Klinikum Montagabend mitteilte, sei der Beschluss aufgrund entsprechender Gutachten bezüglich Wirtschaftlichkeit und Marktanalyen „nach intensiven Diskussionen“ gefallen. Die geburtshilfliche Versorgung, betont man im RMK, sei durch die umliegenden Krankenhäuser in der Region sichergestellt. Die Gynäkologie soll künftig eine fachübergreifende Ausrichtung mit onkologischem Schwerpunkt erhalten. Dafür solle die Geschäftsführung nun ein „zukunftsweisendes strategisches Gesamtkonzept“ entwickeln, den Gremien vorstellen und nach dessen Verabschiedung die Personalakquise und weitere erforderliche Maßnahmen umsetzen. „Mit diesem Schritt wird das medizinische Leistungsspektrum in unserem Haus mit entsprechender onkologischer Schwerpunktsetzung ergänzt“, erklärte RMK-Geschäftsführer Andreas Schlüter nach dem Ja zur Gynäkologie und dem Aus für die Geburtshilfe.

Mehr von Aachener Zeitung