Alsdorf: Gastgeber haben Komplimente für das „Winter Wonderland“ verdient

Alsdorf: Gastgeber haben Komplimente für das „Winter Wonderland“ verdient

Eine schläfrige Weihnachtsfeier im Betrieb mit Lachsröllchen, Spekulatius und Glühwein aus dem Tetrapack — vor diesen Stereotypen graute es der großen Familie des Vereins „GO Better“ in Mariadorf. Der Verein, der seit 2013 intensive Jugendarbeit in der ehemaligen Zechenstadt leistet, wollte sich in diesem Jahr in einer besonderen Art und Weise bei seinen Unterstützern bedanken.

Der Verein hat sich auf die Fahne geschrieben, Jugendliche und junge Erwachsene in den beruflichen und gesellschaftlichen Alltag zu integrieren beziehungsweise wiedereinzugliedern.

Keine sechs Wochen ist es her, dass Simone Boehm-Weingran — ihres Zeichens Vorsitzende von „Go better“ — zusammen mit ihrem Mann Ingo eine spontane wie anspruchsvolle Idee hatte: Wurden in den Werkstätten an der Marienstraße in den vergangenen Jahren zu Weihnachten individuelle Präsente für die Unterstützer gebaut, so sollte in diesem Jahr der Spieß „einfach umgedreht werden“. Das Projekt „Winter Wonderland“ wurde aus der Taufe gehoben.

Eine Gruppe von zwölf jungen Erwachsenen aus der „Go better-Familie“ bekam die Verantwortung für das geplante Event übertragen. Unter Mithilfe von Praktikanten und Azubis des Vereins sollte ein Programmtag gestaltet werden. Alle Angehörigen des Vereins waren involviert. Die knapp bemessenen Mittel an Finanzen und Material wurden hierbei in „betriebsähnlicher“ Atmosphäre eingeplant und eingesetzt. „Wir wollten, dass die Truppe während des Projekts Erfahrungen in verschiedenen Berufszweigen machen kann“, erläuterte Boehm-Weingran im Vorfeld.

Von kaufmännischer Tätigkeit bei der internen Buchführung bis hin zur detaillierten Einkaufsliste der Küche für das aufwendige Buffet — innerhalb von wenigen Tagen wuchs das Team zu einer waren Schicksalsgemeinschaft zusammen. Mit Blick auf die bereits versandten Einladungen an die Gäste wusste jeder, dass ein Scheitern des Projekts nicht in Frage käme. Überstunden wurden freiwillig in Kauf genommen, wenn man mit einem Ergebnis nicht zufrieden war.

„Wir sind ein gewisses Risiko eingegangen, da wir nicht wussten, ob und wie unsere Schützlinge mitziehen würden. Vom Ergebnis waren wir dann absolut begeistert“, schwärmte Boehm-Beingram. Während die Mediengruppe aufwendige Werbung und Einladungen produzierte, sorgten die Schreiner- und Dekorationsgruppen für die visuelle Umsetzung des „Wunderlands“.

Beim Event staunten neben dem stellvertretenden Bürgermeister Friedhelm Krämer auch die Vertreter der kooperierenden Betriebe sowie die Verantwortlichen von Jobcenter und Jugendamt nicht schlecht, was die multikulturelle Truppe vollbracht hatte. „Wertschätzung der geleisteten Arbeit ihrer Schützlinge“ hatten sich Boehm-Beingram und Co. einst als oberstes Ziel gesetzt. Und davon gab es verdientermaßen reichlich.

Als kleines Bonbon hatte Frank Rönnebrink von der Vivawest Wohnen GmbH (Verpächter der „Go better“-Anlage auf dem Gelände der Ex-Grube Maria) während der besinnlichen Zusammenkunft auch gleich den Pachtvertrag mit den Verantwortlichen langfristig verlängert. Im weiteren Verlauf wurde die Idee geschmiedet, das angewandte Event-Konzept im Sommer zu wiederholen.

Die Aachener Musiker Dieter Kaspari und Franz Brandt boten ihre Unterstützung an. So oder so — neben der intensiven Jugendarbeit werden an der Marienstraße noch so manche Feste gefeiert werden.