Baesweiler: Ganz große Gefühle bei den Schörjern

Baesweiler: Ganz große Gefühle bei den Schörjern

Manfred Mahr wusste plötzlich nicht mehr, wohin er mit seinen Händen sollte. Und mit seinen Gefühlen. Der lebenserfahrene Mann kämpfte gegen Sentimentalitäten, gegen Abschiedsschmerz. Etwa 200 Menschen schauten ihm zu, als er sich von seinen „Schörjern“ verabschiedete.

Das war mehr als emotional für den Präsidenten der Renngemeinschaft. Aber auch für einige andere. Stefan Latten, dem ansteckenden und souveränen Moderator, rollten ebenfalls Tränen über die Wangen, auch Musiker und Tanztrainer Pascal Krohn hatte schimmernde Augen. Knapp vier Stunden hatte sich die RG de Schörjer selbst und ihren Gästen bewiesen, dass sie Karnevalisten und Fans mit einer verblüffenden Leichtigkeit emotional mitnehmen. Geführt von den Moderatoren Heinz Classen und Stefan Latten und mit einer packenden Mischung aus Tanz und Parodie.

Bis die Stunde gekommen war, in der man sich vom Chef verabschiedete. Manfred Mahr macht noch bis zum Sessionsende im geordneten Rückzug weiter. Dennoch mochte die RG den Anlass nutzen — in der Alten Scheune wurde das 5 x 11-jährige Jubiläum gefeiert — ihrem „Manni“ einen großen Bahnhof bereiten. Das gelang — per Ehrenurkunde, Reisegutschein und einem großflächigen Bild, dass der scheidende Oberschörjer bekam.

Freude bei den Jubilaren löste zudem aus, dass der Baesweiler Karnevalsschatz „Schörjer“ offenbar im Familienbesitz bleibt. Denn die Zeichen verdichten sich, dass der Vorsitz an Stefan Latten übertragen wird. Latten ist der Neffe von Manfred Mahr und langjähriger Kenner der Strukturen des Vereins.

Vor dem herzlichen Abschied hatten die Schörjer mit Baesweilers Karnevalisten ein rassiges Jubiläum gefeiert. Die Gesellschaften aus Beggendorf, Loverich, Setterich und Baesweilers Ehrengarde (Obergardist Andreas Kick: „Wenn ich nochmal zur Welt komme, dann nur als Schörjer“) kamen mit ihren stärksten Aufgeboten zum Jubiläum, dazwischen kramten die Schörjer in ihren Erinnerungen und lieferten mitreißende Showelemente ab. Selbst der 84-jährige Willi Katzenberger, Ehrenpräsident der RG, lief zur Hochform auf als er auf der Bühne mittanzte und sang.

Sinnbildliches hatte die Polonaise am Ende der hochkarätig anmutenden Feier, als sich altgediente und junge Schörjer an die Schultern fassten und durch die Scheune zogen und die „Superjeilezick“ feierten. Am Ende waren alle geschafft und hoffen nun auf die Fortsetzung. Am Tulpensonntag geht’s nach dem Zug weiter. Abends tobt der Schörjer-Ball im Festzelt. So wie es aussieht, mit vielen alten aber auch neuen Freunden.

(eik)
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