Herzogenrath: Ganz besonderer Schwimmkurs für sozial Schwache und Flüchtlinge

Herzogenrath: Ganz besonderer Schwimmkurs für sozial Schwache und Flüchtlinge

„Es kann nicht sein, dass Kinder die Grundschule verlassen und nicht schwimmen können“, erklärt der Herzogenrather Bürgermeister Christoph von den Driesch im Grube-Adolf-Park in Merkstein. Und doch ist dies häufig der Fall.

Um das zu ändern, haben der Stadtsportverband und die Bürgerstiftung Herzogenrath zusammengearbeitet und weiteren 55 Kindern und Jugendlichen in den vergangenen vier Wochen Schwimmkurse angeboten. Weil es in Herzogenrath keine geeigneten Möglichkeiten gab, mussten die Vereine gezwungenermaßen auf andere Hallenbäder in der Region ausweichen. In Kombination mit einem Ferienaufenthalt im Schullandheim Rollesbroich lernten die Kinder zunächst im Hallenbad in Simmerath und später in Kerkrade schwimmen.

„Auf diesem Weg erreichen wir die Kinder, die in keinen Schwimmkurs gehen würden“, sagt Manfred Borgs, Geschäftsführer des Stadtsportverbandes Herzogenrath. Über die Zusammenarbeit mit dem Schulministerium konnten die Vereine gezielt mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen und solchen, die aus sozial schwächeren Familien kommen, in Kontakt treten. Ihre ganz persönlichen Erfolgserlebnisse durften die Schwimmer dann bei der feierlichen Übergabe ihrer neu erworbenen Abzeichen (Seepferdchen in Bronze, Silber, Gold und das Totenkopfabzeichen) feiern.

Die Idee zum Projekt hatte Peter Waliczek, Vorsitzender der Bürgerstiftung Herzogenrath, schon vor zwei Jahren. Im Rahmen der Aktion Adventskalender konnten die Schwimmkurse realisiert werden. „Insgesamt waren es 9000 Euro, also ein ziemliches Volumen, was wir da bewegt haben. Besonders dankbar sind wir auch den einzelnen Spendern“, erklärt der Geschäftsführer der Bürgerstiftung, Dr. Heribert Mertens.

Zum Schluss hat der Herzogenrather Bürgermeister gute Nachrichten und einen Appell an die Schwimmer: „Wie versprochen wird das Hallenbad in der Bergerstraße am Montag eröffnet, also nutzt die Gelegenheit und schwimmt weiterhin fleißig.“ Gleichzeitig betont von den Driesch mit Nachdruck: „Das ist aber nicht unser Zukunftsprojekt. Wir haben fünf verschiedene Standorte für ein neues Hallenbad in Erwägung gezogen.“ Der Beschluss der Politik stehe noch aus.

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