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Baesweiler: Fußball-EM hielt Oidtweiler nicht vom Feiern ab

Baesweiler : Fußball-EM hielt Oidtweiler nicht vom Feiern ab

Die Schreckensnachricht machte vergangenen Montagabend die Runde. „Der ist ja faul!”, stöhnten Oidtweilers Junggesellen. Ihr mächtigster Baum rottete an einigen Stellen vor sich hin. Und das vier Tage vor Einsetzen der Festlichkeiten.

In einer Nacht- und-Nebel-Aktion wurde ein neues Wahrzeichen der Kirmestage besorgt. 24 Stunden brauchte die schnelle Truppe aus „Ottwiller” dafür. Und dann wurde der 1,5 Tonnen schwere Koloss abgeschliffen, bemalt und drapiert. Im Innenhof des Anwesens Kockerols leistete die Mannschaft um ihren Vorsitzenden Marcel Pauly noch Schwerstarbeit vor der Prunkkirmes.

Feuerwehr half mit

Dass ein König dabei auch Drecksarbeit zu leisten hat spürte Majestät Carsten Jansen. Der angehende Malermeister durfte die grün-weißen „Vereinsfarben” noch anbringen. Doch das machte der junge Mann gerne. Und nicht nur das: Am Samstagnachmittag musste auch er in die Hände spucken und beim Aufstellen des neuen Baums mithelfen. Nach gut einer Stunde und unter Mithilfe der Feuerwehr war der Baum dann in der Vertikale.

König Carsten durfte hinaufklettern, den Zapf einschlagen und den vielen Schaulustigen zurufen: „Mit diesen Hammerschlägen eröffne ich die Kirmes 2004.” Dafür bekamen die jungen Männer aus dem fußballverrückten Oidtweiler noch nicht mal die Belohnung, die sie sich von der Fußball-Nationalelf bei der Euro 2004 erhofft hatten. Das Lettland-Spiel durften sie nur per Zuruf aus geöffneten Fenstern erleben - große Turniere und Oidtweilers „Nationalfeiertage” fallen halt regelmäßig zusammen. Die Entscheidung zwischen Zeltvergnügen oder der EM-Partie Tschechien gegen Holland fiel in Oidtweiler jedenfalls eindeutig aus: Das Zelt platzte aus allen Nähten.

Zwischen dem ein oder anderen Tränchen der Rührung oder spontanem Beifall für die tollen Kostüme schwankten die Gefühle am Sonntagnachmittag. Dem Königspaar Carsten Jansen und Maria Koch schwappte geradezu eine Sympathiewelle entgegen - ebenso wie den Maipaaren Christoph Büttner und Stephanie Hermanns sowie Andreas Esser und Melanie Pletz. Ihnen zu Ehren schwenkte Kai Nippold die Fahne, begleitet von der Blaskapelle Oidtweiler.

Richtig ausgelassen

Dem langen Umzug schlossen sich neben dem Festausschuss und Jubilarpaaren auch Baesweilers Junggesellen mit ihrer Spitze, mehrere Musikkapellen und weitere befreundete Vereine an.

Nach dem Königsball am Abend wurde es am nächsten Morgen noch einmal richtig ausgelassen: Zunächst marschierte die Festgesellschaft auf Klompen durchs Dorf, dann feierte sie einen Ball, der erst in den späten Abendstunden im Vereinslokal Mürkens sein Ende fand.