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Simmerath/Alsdorf: Früh auf den Beruf vorbereiten

Simmerath/Alsdorf : Früh auf den Beruf vorbereiten

„Schreiner ist voll cool, ey!” Der junge Hauptschüler aus Alsdorf weiß, worüber er da so locker spricht. Denn zusammen mit 21 Mitschülerinnen und Mitschülern hat er im Simmerather Berufsausbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) ein Berufsanfängerseminar absolviert. Dabei hat er in den Schreinerberuf hinein geschnuppert.

Den 22 Neuntklässlern der Alsdorfer Johann-Heinrich-Pestalozzi- Hauptschule überreichten Landrat Carl Meulenbergh und Nicole Tomys, stellvertretende Geschäftsführerin der Handwerkskammer Aachen, die Zertifikate für ihre Teilnahme am Seminar

Sie gehörten zu den ersten von insgesamt rund 180 Schülern - drei Klassen der Alsdorfer Hauptschule und vier aus Herzogenrath - die in diesem Jahr am Projekt „Fahrplan in den Beruf” des Kreises Aachen teilnehmen werden. Das Berufsanfängerseminar ist nur ein Teil dieses Projektes, erklärte Beate Lennartz von der Stabsstelle für berufliche Integration des Kreises Aachen. In diesem Jahr wird es erstmals in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer durchgeführt.

„Persönlichkeiten werden durch Arbeit und eigene Leistung geformt.” Dieses Zitat von Albert Einstein gab der Landrat den Schülern mit auf deren Heimfahrt. Die Berufswahl sei ein zentraler Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung. „Ihr habt hier eine wichtige Hilfestellung bekommen”, pries der Landrat, der erfreut zur Kenntnis nahm, wie viele der Schüler schon sehr konkrete Vorstellungen von ihrem späteren Beruf haben.

Gut simuliert

Bereits im Herbst steht für die Schüler der zweite Teil des Seminars an. Hier werden dann Bewerbungsstrategien, Vorstellungsgespräch und mehr auf dem Programm stehen, während sich der Auftakt auf die Berufssimulation beschränkte. „Wir wollten dem beruflichen Alltag möglichst nahe kommen”, verdeutlichte Schulleiter Norbert Steffens. Deshalb wurden die Schüler, die in der Jugendherberge in der Burg Monschau untergebracht waren, morgens nicht durch die Lehrer geweckt. Den Wecker musste jeder für sich selber stellen.

Ihre Arbeitsstätte im BGZ erreichten die Seminarteilnehmer mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln. Die Ergebnisse ihrer Schreinerarbeiten - Nistkästen und Laternen - präsentierten die Kursteilnehmer stolz bei der Übergabe der Zertifikate. „Ihr habt euch in diesen fünf Tagen vor allen Dingen ein Wissen über euch selbst angeeignet.” Nicole Tomys hob den Lernerfolg hervor: „Ihr habt erfahren, ob ihr Teamworker seid oder Einzelkämpfer und ob ihr euch einen Beruf im Handwerk vorstellen könnt”.

Nach der vormittäglichen Berufspraxis standen an den Nachmittagen Vorträge auf dem Programm. Von Vertretern der Bundesagentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, von Personalchefs und Handwerksmeistern erfuhren die Schüler aus erster Hand, wie Betriebe sich einen geeigneten Bewerber auf eine Ausbildungsstelle vorstellen.