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Alsdorf: Friedel Frings stirbt im Alter von 65 Jahren

Alsdorf : Friedel Frings stirbt im Alter von 65 Jahren

Eine seiner Grundüberzeugungen lautete: Gesprächsbereitschaft. Das war seine politische Philosophie, seine menschliche Stärke. Das war Friedel Frings, der am Samstagmorgen plötzlich gestorben ist. Der frühere Bürgermeister der Stadt Alsdorf und nach 1994 Stellvertreter in diesem Amt wurde 65 Jahre alt.

Humor und Kommunalpolitik musste Friedel Frings nicht trennen. Er verstand sogar beides zu verbinden. Im Dezember 1985 kam der am 17. April 1939 in Alsdorf Geborene in den Stadtrat. Über den Bergbau - zunächst Elektriker, später EBV-Wohnungswirtschaft sowie im Betriebsrat - fand er zur Gewerkschaft und zur Sozialdemokratie. Berührungsängste kannte Friedel Frings nicht. Wie gerne erzählte er von seiner Funktion für den SPD-Ortsverein als „Hauskassierer”. 52 Genossen standen auf seiner Liste. 1,50 Deutsche Mark quittierte er monatlich. Wichtiger aber war den Menschen „das Schwätzchen” mit Kumpel Friedel beim Besuch.

Kurz nach seiner Verpflichtung für die Ratsarbeit übernahm Friedel Frings den Vorsitz in seinem Ortsverein Mitte; seit 1960 wohnte er „Im Brühl”, 1962 heiratete er seine Frau Kathi.

Sympathische Nahbarkeit

Von der sympathischen Nahbarkeit konnte und wollte die SPD profitieren. Friedel Frings kam in den Fraktionsvorstand, wurde Vorsitzender im Ausschuss für Jugendhilfe. Dann 1992 - das Krisenjahr für die Alsdorfer Sozialdemokraten. Bürgermeister Helmut Janus in Rücktrittsnot, 13 Stadtverordnete gaben ihr Mandat zurück. Wer sollte das schlingernde Schiff SPD retten? Friedel Frings stellte sich. Er wurde neuer Bürgermeister der Stadt, glättete die Wogen.

Allerorts respektiert

Auch die politische Konkurrenz konnte Friedel Frings Respekt und Anerkennung nicht versagen. Ausschüsse, Gremien, Ehrenämter und Funktionen, so als Aufsichtsrat in der von ihm stets verteidigten Stadthalle - das „Urgestein” schulterte das. Nicht ohne gesundheitliche Tribut zu zollen. Die Partnerschaft mit dem brandenburgischen Hennigsdorf - neben Saint Brieuc und Brunssum - trieb Friedel Frings auch mit persönlicher Kraft nach vorn. Auf einer dieser Freundschaftsreisen erlitt er einen Herzinfarkt.

Vorbildfunktion

Kürzer treten ja, aufhören nein, entschied Friedel Frings nach seiner Genesung. Im Dezember 2000 würdigt ihn die Stadt anlässlich 15-jähriger Ratstätigkeit. „Ein Vorbild für sachdienliche Arbeit, orientiert am Bürger”, hieß es in der Laudatio. Genau das wars. Sein politisches Handeln diente nie dem Selbstzweck. Friedel Frings hatte Gewicht und die Kraft zu überzeugen. Ein Satz aus einem „Nachrichten”-Interview sollte für die Stadt Alsdorf Vermächtnis sein: „So lange man miteinander redet ist Konsens, ist eine Einigung immer möglich.”