Würselen: Freizeitbad „Aquana“: Sparmaßnahmen beschlossene Sache

Würselen: Freizeitbad „Aquana“: Sparmaßnahmen beschlossene Sache

Wie die vom Rat beauftragte Unternehmensberatung Altenburg in ihrem Gutachten konstatierte, „liegt das Aquana im bundesweiten Vergleich bei den besseren Bädern in der oberen Hälfte“. Was ein Kompliment für Geschäftsführer Matthias Dovermann ist, auf das er stolz sein kann.

Wenn das Bad aber wie bisher weiter betrieben werde, würden die Ergebnisse zwangsläufig Jahr für Jahr schlechter. Das liege daran, dass die Preise zwar angemessen, auf längere Sicht aber ausgereizt seien, ständig weitere Freizeitangebote auf den Markt drängten sowie Energie- und Personalkosten weiter steigen.

Wo trotz vergleichsweise guter Ergebnisse der Hebel angesetzt werden muss, damit das schon vor seinem Bau und auch nach der Fertigstellung noch lange umstrittene Sport- und Freizeitbad eine Zukunft hat, zeigte der Gutachter auf. Seine Vorschläge wurden im jüngsten Stadtrat und nun auch im Aufsichtsrat „im Paket“ abgesegnet. „Unser Bad ist mit großer Sorgfalt geführt worden und braucht keinen Vergleich zu scheuen“, sagte Bürgermeister Arno Nelles, Vorsitzender des Aufsichtsrats. „Auch das Gute kann man noch verbessern“, war er mit Dovermann der Meinung, dass die zu tätigenden Investitionen sich in kürzester Zeit amortisieren: „Wir müssen aus dem, was wir haben, das Beste machen.“ Mit ihrer Weisheit sei die Geschäftsführung am Ende gewesen, als die Verluste gegenüber 1999 bis 2011, als diese um mehr als 50 Prozent gesenkt werden konnten, in den nachfolgenden zwei Jahren wieder stiegen. Gesellschafter, Aufsichtsrat und Geschäftsführung hätten daraufhin eine Untersuchung durch eine Unternehmensberatung in die Wege geleitet. Knackpunkte waren und sind die Energie- und Personalkosten.

Zur Senkung der Energiekosten — auch das ist beschlossene Sache — wird das kleine Außenbecken „aufgegeben“. An dieser Stelle wird eine Liegeterrasse (für maximal 80 000 Euro Kosten) installiert werden.

Kleinere Pumpen

Das größere Freibadbecken wird je nach Witterung von Mitte Mai bis Ende der Sommerferien geöffnet. Zusätzlich gesenkt werden die Energiekosten durch den bereits erfolgten Einbau neuer Pumpen, die, wie sich bei einer Reparatur herausstellte, überdimensioniert waren. Dovermann: „Wir ärgern uns, dass das Pumpenproblem nicht früher erkannt worden ist.“ Bereits verlegt ist die Luftabsauganlage, die nach heutigen Erkenntnissen am falschen Ort installiert war. Das große Freibadbecken soll eine Abdeckung erhalten.

Dass immer wieder optimiert werden muss, führt der Geschäftsführer darauf zurück, „dass hinter den Kulissen die Anlagen beim Bau einfacher ausgeführt worden sind, um die Kosten des Bades bei 13 Millionen deckeln zu können.“

Erwähnt sei noch, dass im Saunabereich für 40.000 Euro Stühle und Liegen neu angeschafft worden sind, da der Zustand der alten Liegen von Altenburg moniert worden war. Im Jahr 2013 belief das von der Stadt als hundertprozentiger Gesellschafterin zu deckende Defizit — rein gerechnet — 1,1 Millionen Euro. Durch steuerliche Abschreibung verringert es sich noch.

Weicher Standortfaktor

Dass nach der Optimierung auch in Zukunft 200.000 Besucher im Jahr gezählt werden können, darauf hofft der Geschäftsführer. In guten Sommern, zu denen der des Jahres 2014 nicht zählte, sind es auch mal 10 000 mehr, was zur Reduzierung des Fehlbetrags beiträgt. Bürgermeister Nelles: „Wir können stolz sein auf unsere Badelandschaft, die weit über die Stadt hinaus einen guten Ruf genießt.“ Darin bestärkt ihn das Gutachten: „Das Aquana bietet ein gutes und attraktives Freizeitangebot für die unterschiedlichsten Zielgruppen nicht nur für Würselen, sondern für die ganze Region.“ Es sei ein wichtiges Argument für die Ansiedlung von Familien und Gewerbe, also ein bedeutender weicher Standortfaktor.

(ehg)
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