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Alsdorf: Freie Plätze für freie Kunst

Alsdorf : Freie Plätze für freie Kunst

Der abschließende Vortrag sollte kein Abschluss sein. Professor Gerhard Curdes überzeugte am Mittwochabend vor großem Publikum mit seiner Auffassung, dass Marketing für eine Stadt ein fortlaufender Prozess sei.

Rund Zweidrittel der Vorbereitungsarbeit wäre sicher geleistet. In den Zukunftsprozess müssten sich viele andere einbinden lassen.

„Vorhandene Kräfte wecken und bündeln”, das sei die Aufgabe seines Teams gewesen. Wie in den „Nachrichten” bereits aus Zwischenergebnissen geschildert, hatten sich die Marketing-Former verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Alle unter dem Dach: „Alsdorf - Stadt der Kultur und der Technologie”. Mit diesem Leitbild sei Alsdorf gut zu positionieren.

„Die Kultur hat sich prächtig entwickelt. Bei der Technologie gibt es durchaus noch einiges zu füllen”, versicherte Gerhard Curdes. Vor Publikum, weitgehend aus Rat und Ausschüssen zusammengesetzt, hielten Prof. Gerhard Curdes und die Diplom-Ingenieure Rolf Westerheide und Ulrich Wildschütz ein wenig Projektbilanz, ausgedehnt auf die Felder, Werbung, Soziales und Schulen, nicht unerwähnt auch die Rad-Skater-Trassen, Sport-Spiel-Stätten an Halden, den Grünsystem-Verbund und die Verkehrsplanung, die weniger „hoheitlich geduldet” denn konsequent vom Rat angepackt werden müsse.

Was bis dahin schon bewegt werden konnte, verdanke man nicht zuletzt der spontanen Unterstützung aus der lokalen Industrie, Trommsdorff und (vormals) Warner, deren Sprecher Dr. Klaus Glöggler und Günter Severin zu den Gästen zählten.

Das alles bedürfe der neuen Organisation, schlug das Marketing-Team verstärkten Internetauftritt vor. Nicht ohne Webmaster Peter Dzinga sowie den „Pixelcowboys” für deren Arbeit zu danken, die oft und gerne abgerufen worden sei. Denn möglichst viele Menschen sollen sich mit den Vorschlägen befassen, die aus der jetzigen Projektbilanz hervorgehen.

Getreu dem Leitbild setzen die Planer auf die Kraft der neuen Mitte. „Annapark als Platz für Kunst” heißt ein Stichwort. Das zukünftige „Energeticon” ein anderes. „Wunderschöne Gebäude haben Sie auf dem Annagelände”, lobte der Professor. Warum nicht dem großen Wunsch der Jugend folgen und eine Disco einrichten? Die „Unterstation”, gleich neben dem Verknüpfungspunkt des Nahverkehrs , böte sich an. Dieser neue Bushof, betonte Gerhard Curdes einmal mehr, sei eine Chance; ihn mit Leben zu erfüllen eine Pflicht. Von dort aus werde die City neu belebt. Eine Innenstadt, so der Aachener Wissenschaftler, die lange vernachlässigt worden sei.

Auch an der Peripherie der Achse Bahnhofstraße-Cinetower sei Potenzial für typische Alsdorfer Entwicklungen - die Halden. Da könne man Straßen mit beleuchteten Kunstinstallationen legen, pulsierendes Rotlicht von einem Mast strahlen lassen. So zitierte Gerhard Curdes aus einer gerade fertigen Magisterarbeit. Es sei allerdings erst eine Stiftung einzurichten wie auch eine Betreibergesellschaft zu gründen, um den Kosten des „Haldenlandschaftspark Broichbachtal” zu begegnen.

Warnende Worte aus dem Publikum holten in die Realität zurück. „Lassen Sie den Halden unter Naturschutz eine Chance zur Entwicklung, ohne jede Jagderlaubnis”, forderte Karl Gluth (Naturschutzbund). Dann gebe es in zwanzig Jahren eine so interessante Landschaft, dass „die Leute schauen kommen, und zwar vernünftige Leute.” Fast philosophisch unterstützte Dr. Stephan Saffer (SPD): „Ist nur nutzbares Land ein gutes Land? Wir haben in Alsdorf den Boden umgegraben, ausgenutzt. Warum müssen wir jetzt alles wieder dienstbar machen!?”

Das Stichwort „Kosten” hatte sich Stadtverordneter Hans Kemper bis zum Ende bewahrt. Eine Schätzung von den Fachleuten? Unmöglich, so die Antwort, nicht einmal auf „plus-minus fünf Millionen Euro”, wie Kemper Raum ließ.

Bürgermeister Wolfgang Schwake konstatierte im Schlusswort, dass Marketing ein Transportmittel sei, um Ziele für die Stadt Alsdorf zu erreichen. Der scheidende Verwaltungschef gab mit auf den Weg: „Es wird weitergehen. Und das zügig.” Für den Abend des 4. Februar ist schon jetzt eingeladen. Die Gründung des Fördervereins liegt an!