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Herzogenrath: Freie Fahrt für mehr Leben und Kultur

Herzogenrath : Freie Fahrt für mehr Leben und Kultur

„Die Idee, das Konzept aus Herzogenrath hatte besonderen Charme!” Die Bahn lobte. Aus Düsseldorf hatte Elmar Heinrichs für die Regional-Bereichsleitung kurzzeitig seinen Arbeitsplatz gewechselt und befand sich am zentralen Bahnhof, um diesen Besitz an die Stadt abzutreten.

Der Bahnhof Herzogenrath war eines von 76 Objekten, von denen sich die Bahn AG trennen will. Hundert hätten es sein können, so beschrieb es das Landesprojekt „100 Bahnhöfe in NRW”. Dass man unter den „Siegern” sein wollte, wünschte nicht nur die Verwaltung.

Bürgermeister Gerd Zimmermann zeichnete in der kurzen Feierstunde unter blauem Himmel den Weg des Verfahrens nach. Bei der Lokalen Agenda 21 war im April 1999 beim Bürgerinnen-Forum die Idee gereift, ein „Frauencafé”als zwanglosen Treffpunkt in Herzogenrath einzurichten. Ein solcher Platz war zudem Inhalt des Kooperationsvertrags der 1999 zustande gekommenen Ratsmehrheit von CDU und Grünen, hielt Vizebürgermeisterin Anne Fink fest.

Soziale Kontrolle

Hintergrund war auch das Bedürfnis der Verwaltung, den teils leerstehenden Bahnhof zu beleben, einer sozialen Kontrolle zu unterziehen. Im Zusammenspiel der Gleichstellungsbeauftragten Birgit Kuballa mit der Bahn AG und Dienststellen der Landesregierung wurde ein Konzept geschmiedet, das auch der allgemeinen Stadtentwicklung Herzogenraths dienen sollte. Ein weiterer wichtiger Interessent an Raum im zweigeschossigen Haus war schließlich das „Forum für Kunst und Kultur”, das sich im Jahr 2000 den Plänen anschloss.

Viele Schritte waren nötig, um die organisatorische Strecke bis zur gestrigen Übergabe des Bahnhofsgebäudes zurückzulegen. Gerd Zimmermann beschrieb sie bis zu dem Zeitpunkt im September 2002, als Bauminister Michael Vesper den Bewilligungsbescheid des Landes persönlich überbrachte. Bis zum Bahnhof!

Bahn AG ausbezahlt

Rund 1,8 Millionen Euro erfordert das Projekt an Ausgaben, einschließlich der Ablösung an die Bahn AG, die um 25000 Euro höher ausfällt als der städtische Anteil; Herzogenrath ist an den Kosten mit rund 370000 Euro beteiligt. Ab dem 30. Juni ist sie offiziell Hausherrin über 757 Quadratmeter Nutzfläche und einem Pavillon im Nebengebäude, in den auf absehbare Zeit der Fahrkartenverkauf der Bahn AG einziehen soll. Dann können die umfangreichen Umbauarbeiten für die genannten Vereine sowie Läden, Sanitärräume und Büros beginnen. Und für das 100-Quadratmeter-Bistro, das sich mit einer Terrasse Richtung Bicherouxstraße öffnen will.

Da wird, bemerkten Festteilnehmer am Donnerstag, auf Grund des regen Lastwagen- und Busbetriebs am Kreisverkehr auch an Schallschutz gedacht werden müssen.