Würselen: „Fotozirkel Klick“ präsentiert seine Werke im Alten Rathaus in Würselen

Würselen : „Fotozirkel Klick“ präsentiert seine Werke im Alten Rathaus in Würselen

Großer Worte bedurfte es eigentlich nicht, als die ersten Werke von den Besuchern ins Auge gefasst wurden. Es waren geradezu sonderbare Bildpaare, die sich im in den Hallen und Fluren des Alten Rathauses in Würselen gefunden hatten.

Fotografien und Schnappschüsse aus dem Leben — so fantasievoll und nachdenklich, wie der Alltag sie liefert. Die bereits vierte Ausstellung der Amateurfotografen vom „Fotozirkel Klick“ musste keine aufwendige Traumkulisse kreieren, um ihre Besucher an besondere Orte zu entführen.

Die Hobbyfotografen um den ehemaligen, russischen Fotografie-Dozenten Vladimir Shvemmer haben unter dessen fachmännischer Anleitung seit 2009 ihre Arbeit und Technik stetig verbessert und auf ein beachtliches Niveau gehoben. Sie suchten die skurrile Schönheit und Entfaltung des Alltags. Unter dem Titel „Aus dem Rahmen gefallen“ folgte die Jagd nach passenden Motiven keiner konkreten Wegbeschreibung. Vielmehr kamen die perfekten Momente zum Abdrücken immer unerwartet und überraschend.

Bürgermeister Arno Nelles und Gastredner Vladimir Shikman leiteten in eine Vernissage der besonderen Art ein. Unter der passenden musikalischen Begleitung im Akustik-Stil der Liedermacher „Herr Witte“ standen die Fotografen Franz Mause, Jessica Merete, Rolf Hirtz, Marlene Brunner, Andreas Kremer, Gertraude Dörre und Karl-Heinz Klinkenberg den Gästen Rede und Antwort. Ob nun die Farbenpracht eines sonnendurchfluteten Kirchenfensters oder der Rücken einer Frau, die in sich gekehrt ein schlichtes Gemälde auf sich wirken lässt — die Komposition der zutiefst unterschiedlichen Motive mutete skurril und heterogen, in gewisser Hinsicht manchmal sogar makaber an.

Auf magische Art und Weise

Es war beinahe unmöglich, die Sammlung „im Schnelldurchlauf“ zu betrachten. Jedes Paar und jeder Flur band seine Beobachter fast auf magische Art und Weise an sich.

Mentor Vladimir Shvemmer ist mittlerweile mit seiner Familie in Chemnitz beheimatet. Die Kontakte in seine früherer Heimat Würselen haben darunter wenig gelitten.

Für den großen Tag seiner Schützlinge hatte Shvemmer den weiten Weg aus Sachsen natürlich gerne auf sich genommen und brachte sogleich auch eine neue Projekt-Idee mit. Über die Fotografie wollen die Amateurfotografen sich der immer noch schwelenden Unterschiede zwischen Ost und West annehmen. Eine „Liste zum Abhaken“ bezüglich der Motive wird es auch hier nicht geben. Plattenbau, Semperoper oder Rheinidylle — es wird auch hier durch die Linse viel zu entdecken geben.