Im Alten Rathaus : Ausstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht

35 Würselener Frauen stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht, die am Mittwoch, 5. Dezember, um 19 Uhr im Kulturzentrum Altes Rathaus, Kaiserstraße 36, eröffnet wird.

Die Ausstellung würdigt die ersten – bisher meist unbekannten – Frauen aus Bardenberg, Broich, Weiden und Würselen, die 1919 nach Einführung des Frauenwahlrechts in die jeweiligen Gemeinderäte oder Ausschüsse gewählt wurden. Es ist ein neues und großartiges Stück Würselener Zeit- und Demokratiegeschichte, das bis Ende Januar 2019 gezeigt wird, ergänzt durch Interessantes zur Geschichte der Frauenbewegung und den Kampf um das Frauenstimmrecht in Deutschland.

Zur Ausstellungseröffnung erwartet die Besucher ein unterhaltsames Rahmenprogramm, moderiert von Silke Tamm-Kanj, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Würselen. Die Schauspielerin Ingeborg Meyer liest Ernstes und Erheiterndes zum Kampf um das Frauenwahlrecht, Miss Melli und Dr. Frank Carpentier entführen mit Songs und Musik in die 1920er Jahre. Bürgermeister Arno Nelles, der das Projekt persönlich unterstützt, spricht Grußworte.

Komplettiert wird die Ausstellung durch eine neue Ausgabe des Heimatmagazins „Schlaglichter“, das Achim Großmann, der Vorsitzende der Geschichtswerkstatt, bei der Ausstellungseröffnung vorstellen wird. In diesem etwa 100-Seiten starken Heft wird jede der 35 Frauen zusätzlich in einer Kurzbiografie und mit vielen weiteren Fotos vorgestellt.

Die Idee zu diesem Projekt hatte Silke Tamm-Kanj aus Anlass des 100. Jahrestages der Einführung des Frauenwahlrechts. In der Geschichtswerkstatt Würselen fand sie mit Ursula Best, Iris Gedig, Brigitte Heinrichs, Martina Offermanns, Marlene Rüland, sowie Günter Breuer, Achim Großmann und Franz-Josef Wirtz begeisterte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich in den vergangenen acht Monaten auf die Suche nach Würselener Frauen machten, die bereit waren, nach Einführung des Frauenwahlrechts selbst politisch aktiv zu werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch weil von 28 der 35 Frauen Fotos gefunden wurden, die auf großen Ausstellungstafeln zu sehen sein werden. Die Ausstellung und die neue Ausgabe der Schlaglichter illustriert auch die Lebensumstände vor 100 Jahren, mit den bitteren Schicksalen nach Ende des Ersten Weltkrieges, dem Hunger, der Inflation, aber auch den neuen demokratischen Aufbruch mit dem Frauenwahlrecht, der Presse- und Meinungsfreiheit und dem beginnenden langen Kampf um mehr soziale Absicherung, Fürsorge und Bildung.Der Eintritt zur Vernissage ist frei.

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