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Würselen: Försterin verrät Geheimnisse des Waldes

Würselen : Försterin verrät Geheimnisse des Waldes

„Nicht gegen die Natur, mit der Natur!” Nach diesem Prinzip lebt und arbeitet Susanne Bock. Sie ist als Forstbetriebsbeamtin für den Würselener und den Eschweiler Wald zuständig. Und gern begrüßt sie dort Besucher.

Unter dem Blickwinkel des Naturschutzes erklärte die Revierleiterin jetzt zum Auftakt der „8. Würselener Umwelttage” zentrale Zusammenhänge in der Natur und erläuterte bei einem Waldspaziergang, welche Besonderheiten den Stadtwald kennzeichnen. Besonderheiten, die Bock bei ihren forstwirtschaftlichen Planungen berücksichtigt. Denn der Wald ist ein starkes und zugleich doch sehr empfindsames Ökosystem. „Die Natur ist stärker und gewinnt auf lange Sicht sowieso gegen den Menschen. Gegen sie zu arbeiten, macht aus forstwirtschaftlicher Sicht keinen Sinn.”

Der 370 Hektar große Stadtwald, der sich zu 70 Prozent auf Stolberger Stadtgebiet befindet, dient vor allem der Erholung der Bevölkerung. „In der Hanglage ist der Stadtwald vor allem ein Buchenwald, in der Senke ein Auenwald”, erklärte Bock die Beschaffenheit. Sie verstand es dabei, aus den komplexen Themen „Wald” und „Naturschutz” das Wesentliche herauszuarbeiten und gab auf unterhaltsame Weise Einblicke in das Ökosystem.

Aus forstwirtschaftlicher Sicht sei der Stadtwald eher schwierig zu handhaben. Das liege an den geologischen Gegebenheiten. Tendenziell zeichne sich der Stadtwald durch einen sehr guten und kalthaltigen Boden aus. „Weniger gut ist, dass es zu viel Wasser gibt und der Wald spätfrostgefährdet ist. Das mag nicht jeder Baum.” Für die schnell wachsenden und damit beim Holzverkauf gewinnbringenden Fichten, die man im Stadtwald künstlich angesiedelt hat, seien dies jedenfalls keine guten Voraussetzungen.

Bei Unwettern wie im Jahr 2003 wurden Fichten auf einem Gebiet so groß wie ein Fußballstadion entwurzelt. Bock: „Da half nur noch Kahlschlag.” Das Gebiet wurde zum Schutz vor gefräßigem Wild eingezäunt und man ließ Mutter Natur freie Hand. Vom Kahlschlag ist heute nichts mehr zu sehen, es grünt und sprießt überall. Man sieht dort Birken, die zwei bis drei Meter hoch sind, und viele Kirschbäume. „Birken sind als Vorwald ideal. Sie halten den Frost ab. Deshalb lassen wir sie auch stehen, denn sie schützen die Bäume wie die Kirsche und Buchen, die wir hier haben wollen.”