Alsdorf: Fördermittel für eine Schönheitskur für die Fassaden

Alsdorf: Fördermittel für eine Schönheitskur für die Fassaden

Wenn man Hausfassaden als Gesichter einer Stadt bezeichnet, dann steht so mancher Kommune ein frisches Make-up sicher nicht schlecht. Alsdorf ist so ein Fall. Dort haben der neue Denkmalplatz und der Annapark das Antlitz zwar schon aufgehübscht, doch jetzt sollen die Hauseigentümer nachziehen. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt Alsdorf-Mitte“ winken Immobilienbesitzern im Zentrum Fördermittel, wenn sie ihre Fassaden aufpolieren. Auf eigene Faust sollten sie das jedoch nicht tun.

Bei dem „Fassaden- und Hofprogramm“ geht es nämlich um einen professionellen Anstrich. Und keinesfalls um Kleckerkram, denn mit ein paar Farbstrichen ist es nicht getan. Die Fassaden sollen komplett in neuem, markanten, augenfälligen Glanz erstrahlen. Was Besitzer von Immobilien am Denkmalplatz teilweise vorgemacht hatten — vor Monaten wurden dort die oberen Stockwerke in ein einheitliches Weiß getaucht — soll sich nun entlang der Geschäfts- und Wohnstraßen fortsetzen.

Den Stilmix aufheben: Wie das markante Eckhaus an der Weinstraße/Bahnhofstraße (Bild oben) in Rot aussehen könnte, haben die Planer am Computer ausprobiert. Foto: Stefan Schaum/Planungsbüro MWM

„Grundsätzlich kommt jede Fläche in Frage, die von der Straße aus einsehbar ist“, sagt Renate Schaal, Fachgebietsleiterin Bauleitplanung. Während Rückseiten von Gebäuden in der Regel aus dem Blick fallen und nicht förderungswürdig sind, gilt das für Gebäudeseiten und offene Höfe nicht.

Neuer Look per Computer

Wer sich für Fördermittel bewirbt (siehe Infobox), der bekommt Besuch. Das Aachener Städtebaubüro MWM wird als Kooperationspartner der Stadt das Gebäude fotografieren und anschließend am Computer Vorschläge für die künftige Farbgestaltung und das Aussehen von Fenstern und Türen kreieren. Dabei kann es in Kooperation mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale auch um eine optimierte energetische Dämmung gehen.

Einige Anträge liegen der Stadt bereits vor. Pro Tag klingelt in dieser Sache im Schnitt zwei Mal das Telefon von Renate Schaal. „Die Bearbeitung geht jetzt strikt nach Eingangsdatum“, sagt sie. Soll heißen: Es wird nicht etwa der Geschäftsmann an der Bahnhofstraße bevorzugt behandelt, obwohl er seinen Antrag womöglich später abgegeben hat als ein Eigenheimbesitzer an der Geilenkirchener Straße.

Auch die „Randlagen“ in Mitte sollen ausdrücklich berücksichtigt und verschönert werden — aber nichts darüber hinaus. „Nur wer wirklich in Mitte ein Gebäude hat, kann die Förderung beantragen“, sagt Schaal, die ein entsprechendes Straßenverzeichnis vorhält. Derzeit geht die Bearbeitung flott vonstatten, sagt sie. Wer sich heute bewirbt, kann in etwa drei Wochen mit einem Konzept rechnen.