Fördermittel für "Aber Hallo" in Alsdorf

Nur geringer Eigenanteil der Stadt Alsdorf : Neubau der Jugendkunstschule sicher

Glück des Tüchtigen: Die Stadt Alsdorf hat das „Interessenbekundungsverfahren“ für die Teilhabe an einem insgesamt 200 Millionen Euro umfassenden Förderprogramm des Bundes erfolgreich absolviert – als eine von 287 Kommunen. Der Lohn für den detaillierten Antrag und die erläuternden Verhandlungen: 1,365 Millionen Euro als Unterstützung für den Neubau der Jugendkunstschule „Aber Hallo“. Die Stadt muss für die Baukosten „nur noch“ 223.000 Euro beisteuern.

Manfred Schmidt, Leiter des Referats Jugend, Schulen und Sport in der Stadtverwaltung, freute sich für Alsdorf: „Entgegen der Befürchtung haben wir das Verfahren überstanden“, sagte er jetzt im Jugendhilfeausschuss. In der vergangenen Woche habe noch ein Gespräch im Bundesinstitut für Bauwesen und Raumordnung stattgefunden. „Wir haben jetzt die Genehmigung, in die konkrete Planung einzutreten.“

Begleitkosten ermitteln

Es sei von großem Vorteil, ein solches Projekt mit „überschaubaren Eigenmitteln“ realisieren zu können. Es gebe natürlich einen Entwurf für den Schulneubau als Bestandteil des Förderantrags, aber keine abschließende Fassung, die jetzt schon veröffentlicht werden könnte.

...soll der Neubau der Kunstschule „Aber Hallo“ errichtet werden. Foto: Karl Stüber

Nun würden sich die Fachausschüsse und dann der Stadtrat damit Schritt für Schritt befassen. In den genannten Projektkosten seien aber die „Begleitmaßnahmen“ wie Erschließung und Herrichten des Baugeländes noch nicht erhalten. Man komme wohl mit einer Fläche von 400 Quadratmetern aus.

Wie bereits berichtet, hat die Stadt für alle Fälle schon mal nach einem passenden Areal gefahndet. Favorit ist – vorbehaltlich der Entscheidung der Politik – ein Grundstück auf dem Gelände des Annaparks zwischen städtischem Familienzentrum Annapark und dem Langhaus (Kraftzentrale). Abgesehen davon, dass diese Fläche im Besitz der Stadt ist, spricht für den Standort für den Neubau der Jugendkunstschule neben der Nähe zur Kita auch die zur Grundschule sowie dem Kultur- und Bildungszentrum (also Gymnasium und Begegnungsstätte). Zudem liegt das Energeticon, Dokumentationsstätte für Energieformen, nur drei ehrgeizige Steinwürfe entfernt, das zudem Tagungsstätte und außerschulischer Lernort ist.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Schmidt, dass gerade auch diese Lage bei den Entscheidern über die Vergabe der Fördermittel gut angekommen sei.

Angesichts des nun zu leistenden Planungsaufwands wird wohl in diesem Jahr nicht mehr mit dem Bau begonnen werden können, wie der Referatsleiter sagte,

Deshalb wird sich die Jugendkunstschule noch weiter gedulden müssen. Sie ist immer noch in der alten Halle in Alsdorf-Busch untergebracht. Eigentlich hatte die Einrichtung schon längst die für sie vorgesehenen und bereits ausgeschilderten Räume im Gebäudeteil B der umgebauten Kraftzentrale beziehen sollen. Dann aber hatte das Dalton-Gymnasium zusätzlichen Platzbedarf angemeldet. Die Räume wurden dafür genutzt.

Ingo Boehm signalisierte im Ausschuss, dass die CDU-Fraktion grundsätzlich für das Projekt sei, aber sich angesichts der neuen Entwicklung für die anstehende Ratssitzung intern abstimmen wolle. Sandra Niedermaier gab für die SPD vorab grünes Licht: Man wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man angesichts der hohen Förderung dem nicht zustimmen würde.

Und in der Tat: In der Stadtratssitzung einen Tag später wurde der Verwaltung das Go gegeben. Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) ergänzte dort, dass die ursprünglich in der Kraftzentrale vorgesehenen Räume für die Jugendkunstschule „nicht mit dem beschlossenen Ersatzneubau vergleichbar“ sind. Das Neubauprojekt „schafft eine auf die Bedürfnisse von ‚Aber Hallo’ und den zusätzlichen Jugendtreff abgestimmte und optimierte Raumgestaltung“. Laut Sonders kommen neben den von Fachdienstleiter Schmidt erwähnten Erschließungskosten noch der Aufwand für „eine erforderliche Verlegung von Parkplatzflächen und des Betriebshofs des Kultur- und Bildungszentrums hinzu. Das Gesamtbudget belaufe sich auf 1,6 Millionen Euro.

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