Würselen: Flüchtlinge zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr

Würselen: Flüchtlinge zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr

Integration setzt eigenständiges Sich-Kennenlernen und Kenntnisse der Lebensverhältnisse des Gastlandes voraus. Diesem Grundsatz folgte der Löschzug Würselen-Mitte der Freiwilligen Feuerwehr. Dieser lud in der Stadt lebende Flüchtlinge und den Arbeitskreis Asyl zu einer Besichtigung an die Industriestraße ein.

Aktive Mitglieder des Löschzugs und Jugendliche der Jugendfeuerwehr begrüßten eine zunächst kleine Gruppe von Flüchtlingen, die im Laufe der Zeit immer größer wurde. Hatten doch eine Reihe von ihnen mangels Ortskenntnisse Mühe gehabt, die etwas abseits gelegene Einrichtung zu finden.

Am Steuer Platz genommen

Jugendwart Marc Straußfeld und Mitglieder der Jugendfeuerwehr führten ihre Fahrzeuge sowie Löschgeräte und ihre Funktionen vor, die besonders die Flüchtlingskinder in Erstaunen versetzten. Stolz war ein zehnjähriger albanischer Junge, als er eine Uniformjacke überziehen und einen Helm aufsetzen durfte. Und anschließend am Steuer eines Löschfahrzeugs Platz nehmen konnte.

Was der ebenso stolze Vater auf seinem Handy festhielt. Die erwachsenen Flüchtlinge aus Afghanistan, Albanien und Somalia durften eigenständig Feuerlöscher bedienen, Wasserschläuche ausrollen und mit unterschiedlich starkem Wasserstrahl die Büsche rund um den Feuerwehrplatz bewässern. Selbst die Kleinsten hielten mit Hilfestellung der Mütter die Spritze und intensivierten die Stärke des Wasserstrahls, was ihnen Riesenspaß machte.

Stark beeindruckt waren die Besucher von der Hightech-Ausrüstung der Würselener Feuerwehr. Sie staunten nicht schlecht, als ein Aktiver des Löschzugs eine Einsatzmontur, mit der man mitten in die Brände hineingehen kann um zu löschen, vor ihren Augen „entblätterte“. Bei der Jugendfeuerwehr ist auch ein Jugendlicher aktiv, dessen Eltern vor Jahren aus Algerien geflohen sind. Er selbst ist inzwischen Jugendleiter im Löschzug Würselen-Mitte, ein Beispiel für eine gelungene Integration in unsere Gesellschaft.

Zum Abschluss des erlebnisreichen Nachmittags wurde zur Erinnerung ein Gruppenfoto der Flüchtlinge mit dem Löschzug und der Jugendfeuerwehr vor einem Einsatzfahrzeug gemacht. Für die Demonstration bedankten sich die Flüchtlinge und der Arbeitskreis Asyl, vertreten durch Hildegard Hüring und Jürgen Hohlfeld, bei den kleinen und großen Feuerwehrleuten. Keine Frage: Sie haben den Asylbewerbern ihr Gastland und seine Menschen den einen Schritt näher gebracht.

(ehg)
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