Herzogenrath: „Finkenstein” erinnert an verschwundenes Dorf

Herzogenrath: „Finkenstein” erinnert an verschwundenes Dorf

Auf großes Interesse stößt die Erinnerung an das untergegangene Dorf Finkenrath. Unter großer Beteiligung wurde die vom Merksteiner Bildhauer Robert Simon gestaltete bronzene Gedenkplatte „Finkenrath, Latendorf der freien Herrlichkeit Rimburg, 1400 - 1963” in dem tonnenschweren „Finkenstein” enthüllt.

Oswald Ortmanns, Autor des Buches „Nivelstein und Finkenrath”, begrüßte Mitglieder des Geschichtsvereins Eygelshoven, des Heimatvereins Worm-Wildnis, die Wandergruppe der Merksteiner Naturfreunde, Vertreter der Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen” sowie Marga Wolthuis, die Betreiberin der Baalsbrugger Mühle. Auch Herzogenrather Ratsvertreter, an ihrer Spitze der stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein, sowie Anni Büttner, Nichte der im KZ ermordeten Anna Nöhlen nahmen an der Enthüllung teil.

Herausragendes Engagement

Der „Finkenstein” steht am Grenzweg zwischen Bahnlinie und der Wurm, sozusagen mitten im ehemaligen Finkenrath. Dr. Jochen Helbig, Vorsitzender des Vereins „die begegnung” und Initiator des Gedenkstein-Projekts für das untergegangene Dorf Finkenrath, betonte, dass zur Realisierung „echtes bürgerschaftliches Engagement am Werk war” - in Form von Spenden und ehrenamtlichem Einsatz.

Heimatgeschichte lebendig werden zu lassen sei „das Gebot der Stunde”, erinnerte Helbig auch an Anna Nöhlen, die im benachbarten, ebenfalls untergegangenen Ort Nivelstein Fluchthilfe für jüdische Mitbürger leistete und dafür im Konzentrationslager ihr Leben lassen musste.

Helbig dankte den Nivelsteiner Sandwerken für das Steingeschenk und den Transport nach Finkenrath, der Stadt Herzogenrath für das Aufstellen des „Finkensteins” und die Geldspende sowie dem Künstler Robert Simon für das gelungene Werk.

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