Baesweiler: Fetzige Sounds und leichte Wiegeschritte bei der Big Band Baesweiler

Baesweiler: Fetzige Sounds und leichte Wiegeschritte bei der Big Band Baesweiler

Parkett liegt in der alten Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler nicht. Doch mit Ledersohlen unter den Schuhen gleitet es sich auch über den glatten Betonboden ganz ordentlich. So konnten die Gäste bei der Tanzparty der Big Band Baesweiler nach Belieben ihr tänzerisches Talent unter Beweis stellen.

Die Tanzparty fand bereits zum fünften Mal statt. In seinen Anfängen spielte die Big Band zum Abschlussball eines Tanzkurses der Tanzschule „Ars Vivendi” auf. Seither macht das Ensemble allein weiter. Die Big Band Baesweiler besteht seit 1989. Anfänglich spielten fast ausnahmslos Musiker aus Baesweiler in der Gruppe. Mittlerweile sind auch Instrumentalisten aus Aachen, Köln, Leverkusen oder Bonn dabei.

Sie wollen ihren Gästen die Möglichkeit bieten, sich anders als bei gewöhnlichen Konzerten frei bewegen zu können: „Wir haben sehr viele Konzerte gespielt. Dabei saßen die Leute still auf ihren Stühlen. Da ist der Funke nicht immer so richtig rübergesprungen”, erklärt Bandleader Hans-Josef Dreßen. Nun kann sich jeder im Publikum entscheiden, ob er bloß zuhören oder aktiv mitmachen möchte. „Viele Leute wollen samstagabends auf einer Veranstaltung nicht nun sitzen. Hier ist das alles etwas aufgelockert”, lädt Dreßen ein.

Das Prinzip: Man kann tanzen, muss aber nicht. Wem es zu laut ist, der geht ein Stück von der Bühne weg, wem es gar nicht laut genug sein kann, der kommt ganz nah an die Bühne heran und tanzt am besten gleich mit. Die 22 Musiker der Big Band legten sich mit Trommeln, Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboard, Saxophon, Trompete oder Tuba kräftig ins Zeug. Dazu begeisterten die beiden Solistinnen Anja Heesen und Helma Immendorff mit ihren eingehenden Stimmen.

Musikalisch wollte die Big Band ein möglichst breites Spektrum bieten. Normalerweise spielt die Gruppe sehr viel Swing und Latin. Bei der Tanzparty hielten sie sich damit etwas zurück - um mehr tanzbare Stücke zu präsentieren. Sie spielten etwa den Cha-Cha-Cha „Evil Ways” von Carlos Santana, Chers „Shoop Shoop Song” aus dem Film „Meerjungfrauen küssen besser”, Domenico Modugnos Klassiker „Volare” oder „Yesterday” von den Beatles.

Bei der Adaption von Green Days „21 Guns” legten die Gäste allerdings eine Tanzpause ein und lauschten dem Gesang von Anja Heesen und Helma Immendorff. Wohl auch, weil ihnen zur Rockmusik die Schrittfolge fehlte. Dagegen zog es die Tänzer bei Billy Joels „Just the Way you are” auf die Tanzfläche. Für versierte Tänzer war der passende Disco Fox eine der einfachsten Übungen. Auch einen klassischen Walzer gab die Big Band zum Besten und verführte damit zu schnellen Schrittfolgen, leichten Wiegeschritten und dynamischen Drehungen.