Würselen: Ferienabenteuer mit Feuerwehr, Bauernhof und auch Olympia

Würselen: Ferienabenteuer mit Feuerwehr, Bauernhof und auch Olympia

Gemeinsam ins Ferienabenteuer stürzten sich 25 Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 15 Jahren eine Woche lang im evangelischen Gemeindezentrum an der Jülicher Straße.

Dort veranstaltete das kommunale Integrationszentrum der Städteregion Aachen unter dem Motto „Spiel — Spaß — Sprache“ in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Aachen zum zweiten Mal ein Ferienprojekt nicht nur für deutsche, sondern auch für Flüchtlingskinder aus Krisengebieten, die größtenteils erst in den vergangenen Monaten nach Würselen gekommen sind.

Für dieses multikulturelle Ferienabenteuer mit hohem Integrationsgehalt hatten Aachener Studenten gemeinsam mit Fachkräften für Deutsch ein vielfältiges Programm in der Regie von Professor Dr. Marianne Genenger-Stricker entwickelt. Groß war an allen fünf Tagen die Erwartungshaltung der Kinder. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn waren sie zur Stelle und harrten mit Vater oder Mutter der Dinge, die da kommen sollten.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch sechs Studierende und einer kurzen Einweisung in das Tagesprogramm ging es mit Feuereifer zur Sache. In mehreren Gruppen legten Mädchen und Jungen gemeinsam beim Bau einer Stadt Hand an. Sie bauten Häuser aus Pappmaché ganz nach ihren Vorstellungen. Dabei fanden die Flüchtlingskinder ihr eigenes neues Zuhause.

Andere Gruppen studierten ein kleines Theaterstück in kunterbunter Besetzung ein. Es wurde auch nach besten Kräften getrommelt. Der Feuerwehr an der Eschweiler Straße und dem Bauernhof Tremöhlen gleich gegenüber dem Gemeindezentrum wurden Besuche abgestattet. In einem olympischen Wettstreit mit vielen Bewegungsspielen trat die fröhliche Kinderschar zum Kräftemessen an.

Mittags ließen sich die Kinder unterschiedlicher Kulturkreise das aufgetischte vegetarische Essen gemeinsam schmecken. Die Ergebnisse ihrer „Arbeit“ stellte sie am Ende ihren Eltern und auch Gästen vor, die diese mit reichlich Beifall bedachten. Die kleinen Akteure und die Studenten der Hochschule strahlten nur so um die Wette.

Zwischentitel

Als „Lohn“ gab es Waffeln und Muffins. Das Resümee einer Studentin: „Es war zwar anstrengend, aber es hat auch viel Spaß gemacht.“ Mehr als zufrieden mit dem Ergebnis, das auch das zweite Projekt verbuchte, war Dr. Marianne Genenger-Stricker. Vor allem seien bei dem Ferienabenteuer soziale Kompetenzen vermittelt worden. So ganz nebenbei hätten die Teilnehmer auch noch Deutsch gelernt.

Der einzige Wermutstropfen: Zwei Kinder aus Serbien müssen wieder in ihre Heimat zurückkehren. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt. Das Förderkreis Asyl brachte sich in das Projekt mit ein, indem er das Mittagessen finanzierte und den Transport der Flüchtlingskinder aus den verschiedenen Stadtteilen übernahm. Dafür bedankte sich der Veranstalter bei dessen Vorsitzenden Jürgen Hohlfeld, der sich wie auch der Ehren-Jugendfeuerwehrwart Kurt Dobadka für die Darbietungen der Kinder begeisterte.

(ehg)
Mehr von Aachener Zeitung