Herzogenrath: Fast 70 Jahre alte Pappeln am Weiher müssen weichen

Herzogenrath: Fast 70 Jahre alte Pappeln am Weiher müssen weichen

Die Motorsäge dröhnt schon fleißig, aber die derzeitigen turnusmäßigen Schnittarbeiten sind nur der Auftakt: Am kommenden Montag werden die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs mit schwerem Gerät anrücken.

Denn die Tage der Pappeln am Weiher im Naherholungsgebiet Bergerstraße sind gezählt. Diese Baumriesen kommen zwar stattlich daher, haben aber die Eigenart, jenseits der 50 schnell zu vergreisen, wie Förster Herbert Koch, Leiter des Forstreviers Grüne Eiche, erläutert, der die 240 Hektar rodastädtischen Wald betreut.

Zweimal jährlich begibt er sich auf Sichtkontrolle, schließlich muss die Kommune dafür Sorge tragen, dass niemand durch Bewuchs an Straßen, Wegen sowie Park- und Kinderspielplätzen zu Schaden kommen kann. So will es die in Paragraph 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelte Verkehrssicherungspflicht. Die übrigens in einem richtigen Wald nicht zieht, dort spaziert jeder auf eigene Gefahr.

Im Falle der Pappeln beruft der Experte sich zudem auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken, das im Juni 2010 einem Kläger Recht gab, auf dessen Wagen ein Ast gelandet war: Demnach sei der Träger der Verkehrssicherungspflicht gehalten, hohe Pappeln generell zu entfernen, da diese auch im gesunden Zustand Äste abwerfen.

Rodas Schwarzpappelhybriden, die am Weiher nach dem Krieg als schnellwachsendes Gehölz angepflanzt worden waren, werden nun sorgfältig niedergelegt, große Teile des Parkplatzes dazu für rund eine Woche gesperrt. „Das Gebiet wird zunächst aussehen, als hätte eine Bombe eingeschlagen”, sagt Ulrich Rible, Bereichsleiter Betrieb.

Aber natürlich wird alles wieder ordnungsgemäß aufgeforstet, mit Hainbuchen, Stieleichen, Wildkirschen und Weißdorn. Die Pappeln am Parkplatz Teuterhof und entlang der Bebauung an der Bierstraße werden in den kommenden Tagen dann das Schicksal ihrer Artgenossen vom Weiher teilen.

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