Baesweiler: Familienfehde mit mehreren Verletzten: Suche nach den Motiven

Baesweiler: Familienfehde mit mehreren Verletzten: Suche nach den Motiven

Einsatzfahrzeug reiht sich an Einsatzfahrzeug, Anwohner treten trotz des strömenden Regens auf die Straße, die Freiwillige Feuerwehr leuchtet die Kreuzung Carlstraße/Georgstraße taghell aus, Abzweigungen werden für den Verkehr gesperrt.

Am frühen Dienstagabend ist in Baesweiler zwischen Reyplatz und Kapellenstraße für Jedermann leicht zu erkennen, dass irgendetwas Außergewöhnliches passiert sein muss. Nur: Was genau in einem Wohnhaus in der Straße Vietenfuhr im Norden Baesweilers geschehen ist, lässt sich auch einen Tag später nicht ansatzweise rekonstruieren.

Von „fundamentalen Widersprüchen“ in den Zeugenaussagen sprach Polizeisprecher Paul Kemen am Mittwoch. So war es auch noch nicht allzu viel, was die Aachener Polizei am Mittwoch mitteilen konnte. „Nach einer Auseinandersetzung im familiären Umfeld von zwei türkischen Familien sind am Dienstagnachmittag zwei Männer (25 und 27 Jahre alt) und eine Frau (26) in Krankenhäuser eingeliefert worden“, heißt es. Dabei sei der 27-jährige Mann durch einen Messerstich in den Bauch schwer verletzt und noch am Abend operiert worden. Die anderen Verletzten seien nach ambulanter Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Einen oder mehrere Verdächtige gibt es nicht, eben weil die Zeugenaussagen sich so fundamental unterscheiden. Was die Ermittler wissen ist, dass in der Wohnung an der Vietenfuhr ein Treffen zweier Familien stattfand, insgesamt befanden sich über ein Dutzend Menschen in der Etagenwohnung. Grund der Zusammenkunft war die Verlobung einer Baesweilerin mit einem Dürener. Wie Kemen berichtete, soll es bereits vor der Verlobung zu „handfesten Auseinandersetzungen“ zwischen den zukünftigen Eheleuten gekommen sein.

Die nicht gerade liebevolle Atmosphäre setzte sich dann fort und gipfelte in der Messerstecherei. Nach dem Notruf gegen 17.30 Uhr machten sich nicht weniger als sieben Streifenwagen auf den Weg zum Tatort. Für die Polizei zeichnet sich nach den ersten nächtlichen Vernehmungen der über ein Dutzend Beteiligten aus Baesweiler, Aldenhoven und Düren komplizierte Ermittlungen ab. Und ob die geplante Hochzeit noch stattfindet, darf zumindest stark bezweifelt werden.