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Herzogenrath/Kerkrade: Exkursion zeigt Charme und Schönheiten

Herzogenrath/Kerkrade : Exkursion zeigt Charme und Schönheiten

Den Blick schärfen für das Schöne, das quasi vor der eigenen Haustür liegt: Dabei helfen Wanderungen wie wie diejenige, die am Wochenende entlang des „Weißen Weges” durch den „Pferdelandpark” führte. Rund 40 Teilnehmer spazierten entlang des Amstelbachs zwischen Kerkrade und Herzogenrath, genossen die Natur und ließen sich vom Charme der historischer Gebäude auf ihrem Weg gefangen nehmen.

Der Weiße Weg ist zentraler Bestandteil des 2000 Hektar großen „Pferdelandparks”. Der grenzüberschreitende Park ist ein Projekt der Euregionale 2008.

„Durch den Weißen Weg werden alte Wegeverbindungen, die durch bauliche Eingriffe zerstört wurden, wieder hergestellt”, erklärte Antje Wiese, die die Teilnehmer kurzweilig mit vielen interessanten Informationen über die Region versorgte. Der Name „Weißer Weg”, betonte sie, kommt nicht von ungefähr. Denn oft ist die Farbe Weiß in dieser Gegend zu sehen. Der in Gebäuden verbaute Aachener Blaustein etwa färbt sich mit der Zeit durch die Verwitterung und wird weißlich. Hinzu kommt, dass viele Pfade mit weißem Schotter ausgelegt sind und auch die Gatter der Pferdekoppeln in Weiß gestrichen sind.

Als bemerkenswert hob die Exkursionsleiterin vor allem die alten Gemäuer entlang der Strecke hervor, die eine spannende Historie vorzuweisen haben und die trotz neuer Bestimmung nichts von ihrem historischen Charme eingebüßt haben. Ein Paradebeispiel dafür, wie man Tradition und Moderne unter einen Hut bekommt, ist das Haus Heyden. Dort wurde die Gruppe mit Kaffee und Kuchen bewirtet und erkundete im Anschluss die weitläufige Anlage.

Haus Heyden ist ein beeindruckendes Gemäuer, war ursprünglich eine Wasserburg, die mit viel Gespür für das Vergangene saniert wurde. Die Wasserburg stammt aus dem Jahr 1303, hatte für die Herrschaft von Jülich die Funktion einer Verwaltung übernommen. Eine zweite Vorburg wurde um 1690 erbaut, „denn es waren damals ziemlich kriegerische Zeiten”, erklärte Antje Wiese. Begrüßt wurde die Gruppe von „Burgherr” Meino Heyen. Er ließ das Gehöft zwischen 2001 und 2004 zu Mietwohnungen mit Büros und Veranstaltungsräumen umbauen, beauftragte Fachleute mit der aufwändigen Restaurierung der Burgfragmente.

Anschließend ging es zurück zum Museum Industrion in Kerkrade, dem Ausgangspunkt der Wanderung, das zum Abschluss besucht wurde. Teilnehmer Jochen Remy aus Herzogenrath zeigte sich begeistert von dem, was er gesehen hatte: „Wir sind zugezogen, dachten uns, dass die Wanderung eine gute Gelegenheit ist, die Gegend besser kennenzulernen. Ich bin erstaunt, wie reizvoll die Gegend ist.”

Auch Werner Gibisch aus Merkstein war höchst angetan. „Ich lebe schon lange hier, hatte auch schon von Haus Heyden gehört, aber es ist das erste Mal, dass ich das Gemäuer mit eigenen Augen sehe. Einfach beeindruckend.”