Alsdorf: Europafest: Schützen im Festzug beschimpft

Alsdorf: Europafest: Schützen im Festzug beschimpft

Der große Festzug ist beim Europafest der Stadt Alsdorf immer ein besonderer Höhepunkt. So auch in diesem Jahr. Viele Zuschauer säumten die Straßen und erfreuten sich an den bunten Gruppen.

Eine Gruppe hat aber negative Erfahrungen gemacht: die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft aus Mariadorf. Der Vorstand unter Vorsitz der Brudermeisterin Carmen D´Antuono hat nun beschlossen, die Vorfälle an die Öffentlichkeit zu bringen.

Gehbehinderte Teilnehmer

Was war geschehen? Der Kaiser der Bruderschaft, Ernst Schmitz, hat vor Jahren einen Schlaganfall erlitten und ist seit dieser Zeit gehbehindert. Dies war er auch schon vor Erlangen der Königswürde. Für die Mariadorfer Schützen stand außer Frage, ihm die Teilnahme am Festzug zu ermöglichen. So wird das Königs- und später Kaiserpaar seit Jahren in einem offenen Wagen im Festzug gefahren.

Beim Europafestzug ging außerdem ein Schütze mit einer Gehhilfe mit. Die Gruppe erhielt von vielen Beifall, nur von einigen wenigen eben nicht. „Wir mussten leider hinnehmen, dass wir von Besuchern des Festzuges mehrfach vom Straßenrand aus beschimpft wurden. ,Schau dir mal die beiden im Auto an, die sind wohl zu faul zum Laufen‘, hieß es. In Richtung des Schützen mit Krücke: ,Da läuft auch ein Krüppelchen mit einer Krücke mit‘. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, gab es auch noch Beleidigungen, die wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchten“, so der Vorstand.

Und weiter: „Für die Besucher des Umzugs, die meinen, etwas derartig Bösartiges und Unverschämtes von sich geben zu müssen, weisen wir darauf hin, dass wir alle, auch die anderen Vereine und Gruppen, freiwillig am Umzug teilgenommen haben und dies, trotz unseres Krankenbildes und Alters, in unserer Freizeit machen. Wir lassen uns nicht von vereinzelten missgünstigen und nicht-wissenden Menschen die tolle Veranstaltung vermiesen.“

„Einfach zu Hause bleiben“

Weiter weisen die Hubertus-Schützen darauf hin, dass alle Festzugsteilnehmer auch um das Brauchtum und die Jugendarbeit bemüht sind. Solche Aussagen seien nicht nur eine Beleidigung der Hubertus-Schützen, sondern auch für die anderen Gruppen, Vereine, die Organisatoren und die Stadtverwaltung. „Wenn es euch nicht gefällt, dann bleibt doch einfach zu Hause“, wetterte Brudermeisterin D´Antuono Richtung der Störenfriede.

(rp)
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