Alsdorf: Europafest 2018: Alsdorf feiert mit Schottenrock und Dudelsack

Alsdorf : Europafest 2018: Alsdorf feiert mit Schottenrock und Dudelsack

Sind Sie ein Rock-, oder eher Hosentyp? Oder wissen Sie das am Ende noch gar nicht? Dann wird das Alsdorfer Europafest in diesem Jahr neben viel Vergnügen für Sie vielleicht sogar eine Offenbarung. Partnerland: Schottland. Und da kommen gleich die Schottenröcke in den Sinn. Oder Whisky. Oder Dudelsackmusik.

Auf was auch immer man beim Gedanken an den sehr westlichen Teil Europas zuerst kommt — alles wird in der ein oder anderen Form vom 7. bis 10. September beim Europafest vertreten sein.

Feiern auch, aber nicht nur im Schatten des Förderturms: Die Kirmes wird natürlich auch im Rahmen des Europafestes 2018 von Freitag bis Montag geöffnet sein (l.). Die Beteiligten und Organisatoren sind bereits voll der Freude auf das, was in zwei Wochen startet. Untere Reihe, von links: Markus Bienwald, Alfred Sonders, Hans-Gerd Rügamer und Peter Steingaß. Obere Reihe, von links: Stefan Heffels, Wilfried Wischura, Holger Bubel und Frank Staudinger. Eines der Highlights zieht traditionell am Sonntag — dieses Mal dem 9. September — durch die Stadt: Rund 50 Gruppen werden sich in diesem Jahr an dem großen Festzug beteiligen. Foto: Tom Vogel

Nicht schwer zu erraten, in welcher Form Whisky in Erscheinung tritt: in flüssiger. Frank Staudinger, Vorsitzender des Deutsch-Schottischen Freundschaftsbundes, nimmt Interessierte und Liebhaber am Eröffnungsfreitag mit auf eine Reise durch ein paar ausgewählte der mehr als 100 aktiven Destillerien in fünf Whiskyregionen Schottlands, indem ihre Erzeugnisse probiert werden können. Für die Verkostung der hochwertigen Whiskys wird eine Teilnahmegebühr erhoben. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Interessierte sollten sich deshalb verbindlich per E-Mail an staudinger@ds-freundschaftsbund.de anmelden.

Feiern auch, aber nicht nur im Schatten des Förderturms: Die Kirmes wird natürlich auch im Rahmen des Europafestes 2018 von Freitag bis Montag geöffnet sein (l.). Die Beteiligten und Organisatoren sind bereits voll der Freude auf das, was in zwei Wochen startet. Untere Reihe, von links: Markus Bienwald, Alfred Sonders, Hans-Gerd Rügamer und Peter Steingaß. Obere Reihe, von links: Stefan Heffels, Wilfried Wischura, Holger Bubel und Frank Staudinger. Eines der Highlights zieht traditionell am Sonntag — dieses Mal dem 9. September — durch die Stadt: Rund 50 Gruppen werden sich in diesem Jahr an dem großen Festzug beteiligen. Foto: Stadt Alsdorf

Bevor aber das schottische Nationalgetränk kredenzt wird, muss das Fest erst einmal eröffnet werden. Dafür sorgt Bürgermeister Alfred Sonders mit dem Anstich eines Fasses deutschen Nationalgetränks. An die Weisheit „Kein Bier vor vier“ wird sich selbstverständlich gehalten, das Ritual am Freitag, 7. September, fristgerecht erst um 17 Uhr auf der Annaplatte vollzogen. Und weil das ohne Musik trotz Flüssigkeitsversorgung ein wenig trocken wäre, holen Hens Nüssgens und Manfred Claßen tief Luft und spielen schottische Klänge auf ihren Dudelsäcken. Dann läuft auch die Kirmes an, die von Freitag bis Montag geöffnet sein wird.

Flugshow im Miniformat

Der Rummel startet mit einem Highlight: Ein minutenlanges Feuerwerk wird am Freitag ab 22.15 Uhr den Himmel über Alsdorf illuminieren. Großen Anteil daran, dass dieses Spektakel überhaupt stattfindet, hat die EWV als Sponsor. Ebenfalls hoch oben in die Luft, ebenfalls mit Beleuchtung starten vorher — ab circa 21 Uhr — mit LEDs bestückte Modellflugzeuge zu einer Flugshow im Miniformat in den Himmel über dem Annagelände. Eine Fotoausstellung zum Partnerland wird am Freitagabend ebenfalls eröffnet: um 19 Uhr in Galerie der Stadtbücherei in der Stadthalle.

Keltisch Frühstücken können am Samstagmorgen in der Stadtbücherei ab 11 Uhr einerseits natürlich jene, die hungrig sind. Aber auch Wissensdurst wird mit Blick auf das Partnerland gestillt. Mit Unterstützung durch das Partnerschaftskomitee der Stadt Alsdorf präsentiert die Bibliothek Bücher, Reiseführer und digitale Medien über Schottland. Einen Bücherflohmarkt gibt es parallel. Buden und Schausteller bieten ihr Sortiment am Samstagnachmittag in Bahnhof- und Rathausstraße feil, auf dem Denkmalplatz gibt es ein Bühnenprogramm. In der Stadthalle gastieren zu diesem Zeitpunkt Künstler, Musiker und Tänzer, die beim fast schon traditionell ausverkauften Seniorennachmittag auftreten.

Am Samstag steht außerdem ein schottisch-irisches Unterhaltungsprogramm auf dem Platz hinter der Stadthalle und dem dort ansässigen Seniorenwohnheim auf dem Programm mit landestypischen Speisen, Getränken und entsprechender Musik. Abends geht es auf dem St.Brieuc-Platz weiter, wo die KG Scharwache ab 19.30 Uhr zu ihrer „Oldie-Night“ einlädt.

Etwa 50 Gruppen, 20 alleine aus den Niederlanden, werden sonntags am großen Festzug durch die Stadt teilnehmen. Los geht es um 11 Uhr am Willy-Brandt-Ring (Route siehe Box). Schottisches Blau-Weiß werden die bestimmenden Farben sein, die passende Musik wird von der „Dudelsackgruppe Hochland Heistern“ und den „Drums & Pipes Dreiborn“ beigesteuert.

Skaten, Sprayen, Chillen — ein Dreiklang, der jungen Besuchern des Europafestes das Angebot des Jugendamts am Sonntag auf einen Blick offenlegt. Um 14 Uhr fällt der Startschuss zum Skatecontest im Skatepark Anna Park, eine Stunde vorher ist Einrollen und Warmfahren angesagt. Skate-Lehrer „LPav“ moderiert und sitzt in der Jury. Wer Lust hat mitzufahren, der kann sich bei den Streetworkern des „VorOrt“-Büros in der Otto-Wels-Straße 2b oder unter 02404/5995920 anmelden.

Wer sich lieber anders beschäftigt, der kann an einem Graffitiworkshop teilnehmen oder in der „Chill-Corner“ zu den Beats eines DJs entspannen.

Keine Angst vor schlechtem Wetter

„Das Europafest ist eine gesamtstädtische Leistung, das kann man nicht anders sagen. Ansonsten wäre es auch gar nicht möglich, vier Tage mit so viel Programm zu füllen“, sagt Bürgermeister Alfred Sonders. Vor schlechtem Wetter haben die Veranstalter übrigens keine Angst. Sonders kann sich in über 30 Jahren Europafest nur an ein, vielleicht zwei Mal schlechtes Wetter erinnern.

Bevor das Europafest 2018 dann endgültig selbst Teil der Geschichte wird, blickt der Historiker Armin Meißener auf Einladung des Geschichtsvereins Alsdorf und der VHS tief in die Historie des Partnerlandes. Hinter dem Vortrag mit dem Titel „Bonny Prince Charlie“ versteckt sich die bewegte Geschichte von Charles Edward Stuart (1720 — 1788), der als junger Thronanwärter 1745 aus dem Exil zurück nach Schottland aufbricht, um die Krone für die Stuarts zurückzugewinnen.

Stadt wird in Teilen gesperrt

Alsdorfs Innenstadt wird während des Festzugs am Sonntag, 9. September, bereits ab 10 Uhr zum Teil gesperrt. Der Weg des Festzugs führt über Martinstraße, Übacher Weg, Denkmalplatz, Rathausstraße, Hubertusstraße, Otto-Wels-Straße, Martin-Luther-Straße, Albrecht-Dürer-Straße, Alte Luisenstraße, Broicher Straße, Weinstraße, Bahnhofstraße und Rathausstraße. Auf dem Denkmalplatz endet der Zug.

Abends, ebenfalls am 9. September, werden zum Eröffnungsfeuerwerk gegen 22 Uhr auf dem Annagelände einige Straßen gesperrt. Weder dürfen die Straßen zu der Zeit befahren werden, noch besteht die Möglichkeit, dort zu Parken.

Was das Parken betrifft, stehen folgende Stellplätze zur Verfügung: Zentralparkplatz, Park-and-Ride-Platz an der Prämienstraße, Parkplätze am Weiher sowie Tierpark und Jugendverkehrsschule, Hubertusstraße (Rathaus und Ärztehaus), Otto-Wels-Straße (Rathauscenter), Parkplätze auf dem Anna-Gelände (Konrad-Adenauer-Allee und angrenzende Straßen) sowie auf dem ehemaligen Schulgelände „An der Mariensäule“. Zu beachten ist, dass Parkschein- bzw. Parkscheibenpflicht auch während des Europafestes werktags zu den auf der Beschilderung bzw. auf den Parkscheinautomaten angegebenen Uhrzeiten besteht.

Darüber hinaus werden Gäste gebeten, nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel bei der Anreise zu nutzen. Für den Festzug am Sonntag, 9. September, wenn tausende Besucher in der Innenstadt erwartet werden, hat der AVV Sonderpreise für Bustickets ermöglicht: Eine Fahrt im Stadtgebiet kostet einheitlich 1,50 Euro, Familien mit maximal zwei Erwachsenen und drei Kindern unter 15 Jahren zahlen für eine Tageskarte — ebenfalls für Fahrten auf Stadtgebiet — 7,60 Euro.

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