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Nordkreis: Eurode-Experten tippen auf Unentschieden

Nordkreis : Eurode-Experten tippen auf Unentschieden

Die deutsche Nationalelf steht in den Startlöchern für ihr erstes Gruppenspiel bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal.

Das Duell mit den Nachbarn aus Holland erhitzte gerade hier im Grenzgebiet oftmals die Gemüter. Dabei hatten manche Begegnungen unschöne Nachspiele auf der Herzogenrather Neustraße und Kerkrader Nieuwstraat.

Die Grenzen des Sportlichen wurden dabei hüben wie drüben überschritten. Dem „Team Eurode”, einem grenzüberschreitenden Projekt, ist vor diesem Hintergrund besondere Aufmerksamkeit gewiss. Jeweils fünf E-Jugend-Kicker vom Verein SuS Herzogenrath und vom Team RKTSV Wilhelmina Terwinselen kicken seit wenigen Tagen Seite an Seite.

„Die Kinder sind hier ohne Grenze aufgewachsen. Damit erst gar keine Vorurteile aufkommen, sollten sie schnell das Miteinander lernen”, fordert der Herzogenrather Betreuer Ralf Klohr. „Die feindselige Vergangenheit beider Länder muss aus den Köpfen zumindest der jungen Generation, wenn die alte dazu nicht mehr in der Lage ist”, stimmt Mannschfatsbetreuer John Heckman aus Kerkrade hier voll zu.

Die beiden „Übungsleiter” beobachteten kürzlich beim „Eurode Cup 2004” auf dem Spielfeld große Fairness zwischen den Jugendlichen beider Nationen. Auch ihr „Team Eurode” ist im Laufe des Turniers zusammengewachsen.

„Mir macht das Fußball spielen gleich viel Spaß, egal, ob mit Holländern und Deutschen”, sagt Marius (9) vom SuS Herzogenrath. Sein holländischer Kollege Jordy (9) kann ihm da nur Recht geben: „Ich möchte auf jeden Fall noch lange mit den Jungs zusammenspielen.”

Alexander (10), der bisherige Torschützenkönig des Teams, erklärt das Erfolgsrezept: „Es ist als wären wir eine Nation. Alle verstehen die Sprache des anderen ein wenig. Na gut, die Holländer verstehen uns schon besser, und meistens ist die Verständigung in Deutsch”, gesteht er dann doch.

Die Vorfreude der „Kids” auf den Start der EM ist beim Training schwer zu übersehen. Während Luuk (10) im Trikot der „Oranjes” aufläuft, ziert der „Deutsche Adler” die Brust von Alexander. „Das geht 2:1 für Deutschland aus. Das habe ich im Gefühl”, träumt der junge Torjäger so vor sich hin.

Sein Kollege Luuk sieht die Sache etwas realistischer: „Beide Mannschaften haben schon öfter bewiesen, dass sie stark sind. Ich tippe auf ein Unentschieden.”

Über den Turnierausgang herrscht hingegen große Ungewissheit. Den Deutschen wird trotz der schlechten Auftritte in der Vorbereitung einiges zugetraut. „Das Halbfinale schaffen die auf jeden Fall und mit etwas Glück stehen wir wieder im Finale”, sind sich Marius, Dustin und Alexander einig.

Auch von der niederländischen Fraktion bekommt die deutsche Elf großen Respekt entgegengebracht. „Ich denke, die Deutschen werden weiter kommen als die Holländer. Die sind immer sehr stark bei Turnieren”, traut Jordy der Mannschaft um Teamchef Rudi Völler einiges zu.

Bei diesen gewagten Prognosen ließen sich die Initiatoren des „Eurode Teams” nicht lange bitten. „Klar, ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft gewinnen wird, die Holländer sind momentan zerstritten. Hätten die den Zusammenhalt wie unser Eurode-Team, wären wir wohl chancenlos”, sagt Klohr.

Heckman will von einem Streit in seinem „Oranje-Team” nichts wissen und sieht den momentanen Rummel in seiner Heimat positiv. „Wir brauchen diese Spannung vor dem Turnier, damit wir die optimale Leistung bringen können. Deutschland und Holland werden die Vorrunde überstehen und dann werden wir mal sehen.”