Eurode: Eurode-Cup: Faire Spiele und auch tolle Tore

Eurode: Eurode-Cup: Faire Spiele und auch tolle Tore

Rund 1100 Kinder und Jugendliche spielten mit ihren 101 Fußball-Teams an den vergangenen beiden Wochenenden beim Eurode-Cup. Mit dabei waren Teams aller Jugend-Altersklassen aus Herzogenrath und Kerkrade.

Unter den Mädchenteams wurde der deutsch-niederländische Pokal bei den D- und C- Juniorinnen ausgespielt. Die Organisatoren Ralf Klohr und John Heckman zogen beim abschließenden F-Jugend-Turnier Bilanz: „Die Spiele waren fair. Die Deutschen und Niederländer sind wirklich gut miteinander umgegangen.” Also: Ein voller Erfolg.

So erlebten die Eltern und Trainer spannende Spiele und die Kicker hatten eine Menge Spaß beim Spiel auf dem grünen Rasen. Dabei begegnen sich deutsche und niederländische Kinder völlig selbstverständlich auf dem Spielfeld. „Die Kinder sollen von klein auf ohne Vorbehalte aufwachsen”, sagt Ruud Sluijsmans, Vorsitzender der Stiftung Eurode 2000+. „Das ist wirklich eine gute Möglichkeit, die Kinder zusammenzubringen. Wir unterstützen das von Herzen.” Denn die Stiftung fördert das Zusammenleben zwischen Kerkrade und Herzogenrath auf allen Ebenen. Sluijsmans beobachtete beim D-Jugend-Turnier auf dem Spielfeld von VV Chevremont einen fairen Umgang der Spieler aus beiden Ländern. „Die Kinder sind zwar bemüht, ihre Mannschaft gut aussehen zu lassen, aber es gibt keine groben Fouls - und nachher geben sich alle die Hand.” Wenn die Kinder diesen unvoreingenommen Umgang bewahren, sei das ein großer Erfolg für das Zusammenleben in der Grenzregion.

Die F-Junioren kommen derweil sogar völlig ohne Schiedsrichter aus. Wenn ein Spieler einen anderen foult, dann müssen die Kicker selber das Spiel unterbrechen. Die Trainer greifen nur im Notfall ein. Dieses System wird im Fußballkreis Aachen seit 2007 bei den F-Jugendlichen praktiziert. „Damit haben wir zu 90 Prozent positive Erfahrungen”, sagt Detlef Knehaus, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses. „Wenn die Kinder größer sind, akzeptieren sie dann hoffentlich auch besser, wenn mal eine Entscheidung gegen sie getroffen wird.”

Wenig Einfluss von außen

Auch Karl-Heinz Witt ist von dem Fair-Play-Spielsystem überzeugt: „Der wichtigste Aspekt ist, dass die Kinder mit möglichst wenig Einfluss von außen spielen können. Die Eltern lassen ihre Kinder oft nicht frei spielen”, erklärt der Vize-Präsident und Fair-Play-Beauftragte des Fußballverbands Mittelrhein. Denn „unschöne Szenen” gingen meistens nicht von den Kindern aus. „Wichtig ist, dass die Trainer diese Regel verinnerlichen.”

Für die faire Stimmung auf dem Platz sorgen beim Eurode-Cup schon Kleinigkeiten. Die Spieler laufen mit Musik aufs Feld. Dann stellen sie sich in der Mitte auf und geben ihren Kontrahenten die Hand.

„Wenn die Kinder mit Musik einlaufen, gehen die mit einem guten Gefühl ins Spiel”, sagt Ralf Klohr. Das Fair-Play-Beispiel des Kreises Aachen könnte schon bald Schule machen. Michael Kurtz vom Verbandsjugendausschuss des Fußballverbands Niederrhein war zum Eurode-Cup gekommen, um sich ein Bild vom alternativen Spielsystem zu machen. „Das ist eine Idee, mit der man die Probleme lösen kann, die unterschwellig da sind”, sagt Kurtz. „Der Umgang der Kinder miteinander kann dadurch besser werden.” Daran hapere es bei den Großen oft. Allerdings ist die Umsetzung nicht leicht. „Man muss die Trainer überzeugen.”

Für Ralf Klohr ist derweil klar, dass der Fair-Play-Modus den Kindern hilft, sich zu fairen Sportsleuten zu entwickeln: „Wir wollen nicht bloß über Fair-Play reden, sondern Fair-Play leben.” Dies sei als Aufforderung für die Sportler zu verstehen.

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