Herzogenrath: Euriade: Ausdrucksstarke „neue Heroinenlieder”

Herzogenrath: Euriade: Ausdrucksstarke „neue Heroinenlieder”

Ausdrucksstarke Musik boten Daniela und Stefanie Bosenius auf Burg Rode im Rahmen des Internationalen Kultur- und Wissenschaftsfestivals „Euriade”. Sie schlugen den Bogen von bekannten Filmheldinnen bis zu Brechts Anti-Heldinnen, von Sangesheldinnen bis zu Frauenhelden, von sinnlichen bis zu lautstarken Heldinnen.

Viele Musikinteressierte ließen sich diesen Festivalbeitrag nicht entgehen. Da der Gründer und Intendant der Euriade, Professor Werner Janssen, zeitgleich das internationale Jugendtreffen „Woche des Dialogs” veranstaltete, brachte er die jungen Frauen und Männer zu dieser wunderbaren Darbietung musikalischer Kleinkunst mit.

„Neue Heroinenlieder” überschreiben die Schwestern ihr Programm, das davon erzählt, das Frauen Heldinnen sind. Professionell führte Daniela Bosenius durch den Abend, bei dem Vielfalt Trumpf war.

Große Arien, Chansons und Filmsongs führte die Sängerin an, um das Heldentum des weiblichen Geschlechts in all seinen Farben darzustellen. Doch wer sind die neuen Heldinnen in unserer schnelllebigen Zeit, in der Frauen nicht mehr hilflos darauf warten müssen, von männlichen Beschützern gerettet zu werden?

Daniela Bosenius entleiht diese Heldinnen stellvertretend aus Musical, Operette, Kabarett und Oper. Dabei verkörpert die Sängerin verschiedenste Charaktere auf der Bühne.

Mit Sprechgesang, klangvollem Mezzosopran und Altstimme verleiht sie den Figuren Stimme und Körper. Mal wirkt sie klassisch und feminin, mal modern und selbstbewusst, mal gibt sie die femme fatale. Ihre Schwester Stefanie begleitet sie am Klavier.

Es kommt wie immer bei den Bosenius-Auftritten zu reizvollen Begegnungen, die das geheime Rezept dieser musikalischen Kleinkunst sind. „Gräfin Mariza”, Rossinis „Isabella” und Sally aus dem Musical „Cabaret” gaben sich förmlich die Klinke in die Hand. So wird das Heldinnen-Thema vielfach variiert.

Die spannende Mischung machte es: Nach Eros Ramazottis Italo-Pop-Song „Fuoco Nel Fuoco” folgt Hildegard Knefs Chanson „Eine Dame werd´ ich nie”. Die beiden in Köln geborenen Schwestern entstammen einer Musikerfamilie, lernten schon früh Instrumente zu spielen. Später kam bei Daniela Gesangsunterricht hinzu, zunächst bei ihrer Großmutter, der Gesangspädagogin Ellen Bosenius

Beide Schwestern studierten Musik und arbeiteten neben eigenen Engagements immer wieder zusammen. Seit 2005 treten sie gemeinsam mit eigenen Programmen auf.

Humorvolles, Ernstes und Eindringliches wechseln sich dabei ab und garantieren einen unterhaltsamen Abend mit ein paar leisen Zwischentönen.

Die Frage nach der Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft bleibt bewusst unbeantwortet und lädt die Besucher zum Nachdenken ein.